Corona-Schnelltests

Wo sich Hamburger jetzt kostenlos testen lassen können

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Peter Ulrich Meyer
Jetzt werden sie ausgeliefert, in der kommenden Woche werden sie in Hamburger Schulen erstmals eingesetzt – die Corona-Schnelltests.

Jetzt werden sie ausgeliefert, in der kommenden Woche werden sie in Hamburger Schulen erstmals eingesetzt – die Corona-Schnelltests.

Foto: Peter Kneffel / dpa

Mehr als 25.000 Schnelltests sollen täglich durchgeführt werden, auch an Schulen privater Trägerschaft. Die Adressen.

Hamburg. Die vielfach angekündigte neue Teststrategie, die ein wesentlicher Baustein zur Eindämmung der Corona-Pandemie sein soll, kommt in die entscheidende Phase. Vom heutigen Montag an können sich alle Hamburgerinnen und Hamburger einmal pro Woche einem kostenlosen Antigen-Schnelltest unterziehen.

Die Gesundheitsbehörde hat kurzfristig Vereinbarungen mit 27 Testzentrumsbetreibern sowie 18 Apotheken geschlossen. Auch 67 Hausarztpraxen haben sich der Teststrategie angeschlossen.

In einem ersten Schritt werden heute und in den kommenden Tagen 35 Testzentren die kostenlosen Antigen-Testungen anbieten. Mehr als 25.000 dieser Tests sollen damit täglich durchgeführt werden. Für eventuell erforderliche Nachtestungen sind 14.000 PCR-Tests möglich, die ein sichereres Ergebnis liefern. Das Angebot soll schrittweise erweitert werden. In der laufenden Woche will die Behörde die Liste der beteiligten Apotheken bekannt geben.

Auch nach Corona-Schnelltest Hygieneregeln einhalten

Die Anmeldung für einen Schnelltest in einem der Testzentren muss online über die Websites der jeweiligen Anbieter vorgenommen werden. Ist das Ergebnis negativ, wird dies in einem Nachweis festgehalten, der wiederum zur Inanspruchnahme bestimmter Leistungen oder dem Besuch von Einrichtungen wie Senioren- und Pflegeheimen berechtigt.

Allerdings ist das Ergebnis eines Schnelltests nur eine Momentaufnahme. Auch für negativ Getestete gelten die Beschränkungen der Corona-Eindämmungsverordnung weiter. Die Hygieneregeln müssen eingehalten werden.

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Im Falle eines positiven Testergebnisses muss unverzüglich ein PCR-Test durchgeführt werden. Bis das Ergebnis der Überprüfung vorliegt, muss sich der Getestete bereits in Quarantäne begeben. Ist der PCR-Test auch positiv, wird das Gesundheitsamt durch das Labor informiert.

Selbstschnelltests gehen an Schulen und Kitas

Zwei Millionen Selbstschnelltests hat die zuständige Behörde wie berichtet geordert. Ein wesentlicher Teil des Kontingents soll an Schulen und Kindertagesstätten verteilt werden. Nach Ende der Frühjahrsferien am 15. März starten die Grund-, Sonder- und Förderschulen sowie die Abschlussklassen der weiterführenden Schulen in den Wechselunterricht. Das heißt, die Schülerinnen kommen mit der halben Stundenzahl zurück ins Klassenzimmer und bleiben in der restlichen Zeit zu Hause.

„Wir bekommen im ersten Schritt so viele Schnelltests, dass wir allen Beschäftigten der Schulen zwei Wochen lang das Angebot von zwei Tests pro Woche machen können“, sagte Rainer Schulz, Staatsrat in der Behörde für Schule und Berufsbildung, dem Abendblatt. Vom heutigen Montag an soll mit der Auslieferung von rund 70.000 Test-Kits an die Schulen begonnen werden. Insgesamt werden den Schulen für die ersten zwei Wochen nach Schulbeginn 130.000 Schnelltests zur Verfügung stehen.

Schulen in privater Trägerschaft erhalten Schnelltests

Anders als zunächst angekündigt, sollen nun auch die Schulen in privater Trägerschaft Schnelltests aus dem Behördenkontingent erhalten. Vor einer Woche hatte der zuständige Schulaufsichtsbeamte den Schulen in freier Trägerschaft noch mitgeteilt, „dass Schnelltests, die von der Freien und Hansestadt Hamburg angekauft wurden, nicht an Schulen in freier Trägerschaft ausgegeben werden“. Dagegen protestierte An­dreas Haase, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen und Geschäftsführer der Brecht-Schulen, in einem Brief an Bürgermeister Peter Tschentscher und Schulsenator Ties Rabe (beide SPD).

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Ohne die Unterstützung des Senats bei der Beschaffung und Finanzierung von Selbsttests sähen die Schulen in freier Trägerschaft, so Haase, „der schrittweisen Öffnung der Schulen mit Sorge entgegen“. Im Übrigen beträfen die besonderen Umstände der Pandemie alle Hamburgerinnen und Hamburger gleichermaßen, zudem habe Landesschulrat Thorsten Altenburg-Hack die Beschaffung der kostenlosen Tests „für alle Schulbeschäftigten angekündigt“. „Wir haben für die Privatschulen einen Teil unseres Kontingents abgeknapst“, sagte Schulz jetzt.

Vorbereitungen für Testungen an Schulen haben begonnen

„Auch das geplante Impfangebot für die Beschäftigten an Grundschulen gilt für die staatlich anerkannten Schulen“, so der Staatsrat. Noch sei allerdings nicht geklärt, wer die Tests an den Privatschulen finanziere. Laut Schulbehörde kostet eine Testeinheit 4,50 Euro. Bislang hatte die Behörde den Privatschulen Mund-Nasen-Bedeckungen kostenlos überlassen.

An den staatlichen Schulen laufen bereits in den Ferien die Vorbereitungen für den Start der Selbstschnelltests. An jeder Schule wird ein spezieller Raum dafür hergerichtet, geschulte Pädagogen werden die Testungen überwachen.

Keine Entspannung bei Corona-Pandemie

Unterdessen ist keine Entspannung bei der Entwicklung der Pandemie in Sicht. Am Sonntag wurden 170 Neuinfektionen gemeldet, die Sieben-Tage-Inzidenz kletterte auf 82,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Freitag: 78,7). Die Zahl der Todesfälle stieg am Wochenende auf 1312. Stationär müssen 243 Menschen behandelt werden, 87 von ihnen intensivmedizinisch.

Welche Erfahrungen haben Sie, liebe Leser, mit den Schnelltests gemacht – mit den kostenlosen oder mit den selbst erworbenen? Schicken Sie uns Ihre Erlebnisse an briefe@abendblatt.de.