Corona-Lockdown

Novemberhilfe soll Ende November in Hamburg anlaufen

Die Novemberhilfe geht an den Start: Finanzsenator Andreas Dressel (v.l.), Kultursenator Carsten Brosda (beide SPD), Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) und Ralf Sommer, Chef der Investitions- und Förderbank (IFB), auf dem Gänsemarkt. Auch Schausteller können von den neuen Hilfen profitieren.

Die Novemberhilfe geht an den Start: Finanzsenator Andreas Dressel (v.l.), Kultursenator Carsten Brosda (beide SPD), Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) und Ralf Sommer, Chef der Investitions- und Förderbank (IFB), auf dem Gänsemarkt. Auch Schausteller können von den neuen Hilfen profitieren.

Foto: Finanzbehörde

Lange mussten Kulturschaffende, Veranstalter und Gastronomen auf finanzielle Hilfe warten. Brosda fordert Bund zu Verlängerung auf.

Hamburg. Die „Novemberhilfe“ für die vom Corona-Lockdown betroffenen Unternehmen und Selbstständigen soll am 25. November anlaufen. Dann würden auch sehr schnell die ersten Abschlagszahlungen von bis zu 5000 Euro für Soloselbstständige und bis zu 10.000 Euro für Unternehmen fließen.

Das haben Finanzsenator Andreas Dressel, Kultursenator Carsten Brosda (beide SPD) und Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) am Donnerstag bekannt geben. Zusammen mit den bis Mitte 2021 verlängerten Überbrückungshilfen rechne er mit mehr als 20.000 Anträgen und einer Inanspruchnahme in Hamburg von mehr als einer halben Milliarde Euro, sagte Dressel.

Corona-Lockdown: Gastronomie, Kultur und Veranstalter leiden

Dabei handelt es sich ausschließlich um Hilfen des Bundes. Hamburg hat seinerseits Corona-Hilfsprogramme aufgelegt. Zusammen genommen seien bislang mehr als fünf Milliarden Euro gewährt worden, davon allein rund vier Milliarden an steuerlichen Hilfen.

Der Teil-Lockdown verlange ganzen Branchen wie der Gastronomie, der Hotellerie und den Veranstaltern ein Sonderopfer ab, sagte Dressel. Dass der Bund, auch auf Druck aus Hamburg, seine Hilfen noch einmal massiv aufstocke, sei daher „absolut zwingend“. Westhagemann hob hervor, dass auch Soloselbstständige, Schausteller und Veranstalter von den Hilfen profitieren könnten – und zwar nicht nur direkt, sondern auch indirekt Betroffene.

„Dieser Punkt ist für die Kultur-und Kreativwirtschaft essentiell“, sagte Brosda. Denn diese Branche habe den ersten Lockdown noch gar nicht überstanden. Dressel forderte den Bund auf, Teile der Novemberhilfe in den Dezember zu verlängern, „sollte – wovon alle ausgehen – der Teil-Lockdown verlängert werden“.

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Unternehmen sollen Anträge über Steuerberater stellen

Während Soloselbstständige die Hilfen direkt selbst beantragen können, sollen die Anträge von Unternehmen über Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte gestellt werden – von denen es insgesamt rund 16.000 in Hamburg gibt. Vertreter der drei Berufs-Kammern riefen die Unternehmen dazu auf, schon jetzt ihre Unterlagen dafür zusammenzustellen.

Stefan Blöcker, Präsident der Steuerberaterkammer Hamburg, fordert den Bund auf, den Abgabetermin für die Steuererklärungen 2019 (derzeit Ende Februar 2021) zu verlängern, damit sein Berufsstand Freiraum für die Bearbeitung der Hilfsanträge bekommt. Dressel nannte das Anliegen "sehr berechtigt" und versprach, sich dafür einzusetzen.