Hamburg

Neubildung des Senats: Staatsrat Sevecke muss gehen

Staatsrat der Wirtschaftsbehörde Torsten Sevecke (SPD) muss im Zuge der Neubildung des Senats seinen Posten räumen (Archivbild).

Staatsrat der Wirtschaftsbehörde Torsten Sevecke (SPD) muss im Zuge der Neubildung des Senats seinen Posten räumen (Archivbild).

Foto: Klaus Bodig

Torsten Sevecke wird am Donnerstag verabschiedet. Seine Nachfolge tritt der bisherige Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof an.

Hamburg. Der Staatsrat der Wirtschaftsbehörde, Torsten Sevecke (SPD), muss im Zuge der Neubildung des Senats gehen. Nach Informationen des Abendblatts wird er am Donnerstag verabschiedet. Nachfolger wird der bisherige Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof (SPD). Sevecke war seit März 2018 Staatsrat der Wirtschaftsbehörde und für Wirtschaft und Hafen zuständig. Zuvor hatte er das Amt Hafen und Innovation in der Behörde geleitet. Bis 2016 war Sevecke Bezirksamtsleiter in Eimsbüttel.

Sein Amtsverzicht ist in erster Linie dem neuen, viel kleineren Zuschnitt der Wirtschaftsbehörde geschuldet, die den Bereich Verkehr und Landwirtschaft an die Grünen abgeben musste. Ein Staatsrat wurde damit überflüssig. Senator Michael Westhagemann (parteilos) wollte Rieckhof aber behalten.

„Mister AKP“ („Alles kein Problem“) wurde Sevecke zuweilen genannt

Sevecke hat im Wesentlichen die Einigung der Hafenwirtschaft mit dem Wohnungsbau auf dem Kleinen Grasbrook herbeigeführt. Er galt als ein verlässlicher und gut informierter Ansprechpartner der Hamburger Unternehmen. Gleichwohl gab es auch Kritik an ihm. Sevecke war mit dem Anspruch angetreten, die Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA) besser zu überwachen. Im Zuge der Reform der Hafenbehörde (HPA Next) verlagerte er administrative Kontrollfunktionen in die Behörde. Fehler – wie etwa die Ausschreibungspanne für die Baggerarbeiten zur Begegnungsbox im Rahmen der Elbvertiefung – konnte er jedoch nicht verhindern.

„Mister AKP“ („Alles kein Problem“) wurde Sevecke wegen seiner legeren, zuversichtlichen Art zuweilen in Hafenkreisen genannt. Manchen war er zu leger. Vor allem im HHLA-Aufsichtsrat, dem er als Städtischer Vertreter angehörte, galt er zum Schluss eher als isoliert. Nicht zuletzt wurde ihm ein Fauxpas bei einer Reise von Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) nach Marseille angelastet. Tschentscher stellte dort dem Vorstand der französischen Reederei eine Beteiligung an einem Containerterminal der HHLA in Hamburg in Aussicht, worüber die Unternehmensleitung überhaupt nicht informiert gewesen sein soll.

Auf Nachfolger Rieckhof warten einige Herausforderungen

Sein Nachfolger Rieckhof, der sich bisher um das Thema Verkehr in der Behörde kümmerte und vor allem wegen der geräuschlosen Verhandlungen mit dem Bund zum Neubau der Köhlbrandquerung punkten konnte, steht vor mehreren Herausforderungen. Er muss den zügigen Fortgang der Elbvertiefungsarbeiten überwachen, den Neubau der Köhlbrandquerung vorantreiben und die durch die Corona-Krise geschwächte Wirtschaft unterstützen. Zudem muss er den Umbau des Hafens zur Klimaneutralität vorantreiben, ohne dass darunter die Wettbewerbsfähigkeit leidet.