CDU Hamburg

Junge Union greift Marcus Weinberg scharf an

CDU-Spitzenkandidat Marcus Weinberg wird nicht in der Bürgerschaft vertreten sein.

CDU-Spitzenkandidat Marcus Weinberg wird nicht in der Bürgerschaft vertreten sein.

"Stolz auf eine so schonungslose und ausführliche Diskussion zum grottenschlechten Wahlergebnis." Wie Weinberg kontert.

Hamburg. Ist das ein christlicher Umgang mit Wahlverlierern? Nachdem die Hamburger CDU unter ihrem Spitzenkandidaten Marcus Weinberg bei der Bürgerschaftswahl 2020 mit 11,2 Prozent deutlich unter ihrem Ergebnis von 2015 geblieben war, hat die Junge Union (JU) in einem Antrag mit dem Titel „Projekt 2025“ gefordert, etwaige Koalitionsverhandlungen mit der SPD ohne Marcus Weinberg durchzuführen. Wer die Inhalte der CDU im Wahlkampf nicht erfolgreich vermitteln konnte, könne dies auch in Koalitionsgesprächen kaum erfolgreich schaffen, erklärte die Jugendorganisation der Christdemokraten am Sonntag in einer Mitteilung.

Der 31 Jahre alte JU-Vorsitzende Philipp Heißner ließ sich mit den Worten zitieren: „Die Junge Union Hamburg hat mal wieder gezeigt, dass sie der inhaltliche und personelle Motor der Partei ist. Wir können stolz sein auf eine so schonungslose und ausführliche Diskussion zum grottenschlechten Wahlergebnis der CDU Hamburg.“ Es müsse endlich der „überfällige Generationenwechsel in der CDU Hamburg“ erfolgen.

Marcus Weinberg: Junge Union tritt nach

Weinberg zeigte sich am Sonntag entsetzt über die Äußerungen. „Ein solches Nachtreten ist auch menschlich mehr als enttäuschend“, sagte der 52-Jährige. „Wenn das der neue Umgang in der Hamburger CDU ist, bekommen wir bald auch ein existenzielles Problem im Umgang miteinander.“

Auch Haltung und Stil prägten eine Partei, sagte Weinberg. „Was sollen gerade die jungen Menschen in Hamburg über ein solchen abschreckenden Umgang in einer Partei denken?“ Die Forderungen seien zudem ein fragwürdiges Signal in Richtung SPD, die sehr genau die Verlässlichkeit eines potenziellen Koalitionspartners CDU und den Umgang der CDU-Mitglieder miteinander analysieren werde.

CDU-Trio soll in Sondierungen mit SPD gehen

Weinberg betonte, dass der Parteinachwuchs das Wahlprogramm der CDU mit verabschiedet habe. Zudem seien Änderungsanträge der JU aufgenommen worden. Das Programm sei die Basis für Sondierungen. Es sei beschlossen worden, dass er als Spitzenkandidat mit CDU-Landeschef Roland Heinze und Fraktionschef André Trepoll die Partei bei Sondierungen mit der SPD vertrete.

Weinberg, Mitglied des Bundestags seit 2005, war als Spitzenkandidat für die CDU eingesprungen, nachdem die favorisierte Aygül Özkan wegen einer schweren Erkrankung absagen musste und weder Roland Heintze, André Trepoll noch die anderen drei Hamburger CDU-Bundestagsabgeordneten antreten wollten.