Hamburg

Brachte das Cum-Ex-Thema die AfD in die Bürgerschaft?

Das Gebäude der Bank M.M. Warburg & Co in Hamburg. Die Bank soll in Cum-Ex-Geschäfte verwickelt gewesen sein.

Das Gebäude der Bank M.M. Warburg & Co in Hamburg. Die Bank soll in Cum-Ex-Geschäfte verwickelt gewesen sein.

Foto: Picture Alliance / dpa

Die größten Profiteure der Vorgänge um die Cum- Ex-Geschäfte der Warburg-Bank bezogen auf Stimmen waren die Linken und die AfD.

Hamburg.  Demoskopen können zwar Wahlergebnisse nicht exakt vorhersagen, sie können aber nach der Wahl gut erklären, warum welche Wähler wohin wanderten. Infratest dimap befragte die Hamburger auch, auf welche Wähler die Vorgänge um die Cum-Ex-Geschäfte der Warburg-Bank einen sehr „großen Einfluss“ auf die eigene Wahlentscheidung hatten.

Das Thema, das zehn Tage vor der Wahl durch eine große Berichterstattung bei „Panorama“ und der „Zeit“ den Wahlkampf aufmischte, hat sich niedergeschlagen. In den Berichten entstand der Eindruck einer verdächtigen Nähe des ehemaligen Bürgermeisters Olaf Scholz (SPD) und seines Finanzsenators Peter Tschentscher zur Bank.

Cum-Ex-Affäre der Warburg-Bank: Auch die Linken profitierten

In der Kritik stand, dass die Hamburger Finanzbehörde auf die Rückforderung von 47 Millionen Euro bei Warburg verzichtet hatte. Zudem flossen der SPD mehrere Spenden aus dem Unternehmen zu. Im großen NDR-Duell nahm das Thema Cum-Ex großen Raum ein, die Linkspartei demonstrierte auf dem Gänsemarkt. Acht Prozent der Wähler sagten nach Zahlen von Infratest, dass dieses Thema einen großen Einfluss auf sie hatte.

Während die SPD-Wähler die Frage nur zu einem Prozent bejahen, haben potenzielle SPD-Wähler sich möglicherweise umorientiert oder andere Wähler in ihren Entscheidung bestärkt. Bei den Grünen waren es fünf, bei der FDP neun Prozent. Für 14 Prozent der CDU-Wähler hatte das Thema einen sehr großen Einfluss auf die Wahl. Die größten Profiteure des Skandals bezogen auf Stimmen waren die Linken (18 Prozent) und die AfD. Bei den Rechtspopulisten bejahte fast jeder vierte Wähler (24 Prozent) einen großen Einfluss auf die Entscheidung. Mit 5,3 Prozent gelang ihr knapp der Wiedereinzug.

( ike )