Schulpolitik

Die Linke will Gymnasien und Stadtteilschulen gleichstellen

Gymnasien und Stadtteilschulen haben nach dem Modell der Linken die gleichen Aufgaben.

Gymnasien und Stadtteilschulen haben nach dem Modell der Linken die gleichen Aufgaben.

Foto: Daniel Karmann / dpa

Fraktion legt Entwurf für inklusives Schulgesetz vor. Danach soll es nicht mehr zu „Abschulungen“ auf Stadtteilschulen kommen.

Hamburg.  Die Linken-Fraktion in der Bürgerschaft will mit einem Entwurf für ein inklusives Schulgesetz die Diskussion über die Schulstruktur wieder beleben. „Es ist dringend nötig, das aktuelle Schulgesetz anzupassen, denn es trägt der Vielfalt der inklusiven Schülerschaft nicht mehr Rechnung“, sagte die Linken-Fraktionsvorsitzende und Schulexpertin Sabine Boeddinghaus.

Kernpunkt des Entwurfs ist das Recht der Eltern, ihr sonderpädagogisch förderbedürftiges Kind auf jeder Schule anmelden zu können. „Alle Schulen sollen inklusiv arbeiten“, sagte Boeddinghaus. Bislang besuchen Kinder und Jugendliche, deren Eltern eine inklusive Beschulung wünschen, nach der Grundschule in der Regel eine Stadtteilschule.

Ganztagsunterricht soll Pflicht werden

„Zwischen Gymnasien und Stadtteilschulen besteht eine große Ungleichheit“, sagte die Linken-Politikerin. Zur Inklusion und der Aufnahme geflüchteter Schüler komme aus Sicht der Stadtteilschulen noch ein weiteres Thema hinzu. Derzeit würden rund 1000 Schülerinnen und Schüler pro Jahr nach Klasse sechs vom Gymnasium wegen nicht ausreichender Leistungen „abgeschult“ und auf eine Stadtteilschule wechseln. „Nur 3,4 Prozent der Stadtteilschüler haben eine Gymnasialempfehlung“, sagte Boeddinghaus. „Abschulungen“ soll es aus Sicht der Linken nicht mehr geben.

Gymnasien und Stadtteilschulen haben nach dem Modell der Linken die gleichen Aufgaben. Konsequenterweise verzichtet die Fraktion in ihrem Schulgesetzentwurf auf die Bezeichnungen „Gymnasium“ und „Stadtteilschule“ und spricht nur von weiterführenden Schulen. Die Verteilung der Schüler soll in den Regionalen Bildungskonferenzen zwischen den einzelnen Schulen gemeinsam erfolgen. Zudem soll der Ganztagsunterricht Pflicht werden. „Unser Gesetz ist konsequent an den UN-Konventionen über die Rechte von Kindern und von behinderten Menschen orientiert“, sagte Boeddinghaus.