Bürgerschaft

Bekommt Hamburg zu wenig Personal für die Digitalisierung?

Ist Hamburg fit für die Digitalisierung?

Ist Hamburg fit für die Digitalisierung?

Foto: pixabay

CDU wirft Senat vor, leichtfertig mit der digitalen Zukunft der Stadt umzugehen. Viele IT-Experten gehen in den Ruhestand. Neue fehlen.

Hamburg.  Die CDU hat scharfe Kritik an der aus ihrer Sicht nicht erkennbaren Strategie des Senates beim Thema Digitalisierung geübt – und zu dem Thema drei Bürgerschaftsanträge eingereicht, über die am kommenden Mittwoch abgestimmt wird. Dabei wirft der CDU-Abgeordnete und IT-Experte Thomas Kreuzmann dem rot-grünen Senat drei Dinge vor: Erstens sei auch nach der Einsetzung eines Chief Digital Officers (CDO) zum Jahresbeginn nicht erkennbar, wer bei diesem Thema in der Verwaltung für was zuständig sei. Zweitens fehlten moderne Instrumente und Mechanismen, um zu verhindern, dass die Kosten von IT-Projekten aus dem Ruder laufen. Und drittens fehle dem Senat eine Fachkräftestrategie, um das dringend nötige IT-Personal auch für die kommenden zehn Jahre zu sichern.

„Man kann nicht ‘Digital First’ ausrufen, ohne zu wissen, wie man die geplanten Kosten auch einhält und woher man das benötigte Personal nehmen soll“, sagte Kreuzmann. „Es fehlen klare Strukturen und Pläne für die nahe und mittelfristige Zukunft. Bei der Ausrichtung des neuen Amtes ‚IT und Digitalisierung‘, den überalterten Mitarbeiterstrukturen und auch bei den Kosten besteht dringender Handlungsbedarf.“ Wenn der Senat „ weiter so leichtfertig und sorglos mit der digitalen Zukunft der Stadt umgeht, gehen in naher Zukunft in Hamburg die Lichter aus“.

Ein "extremes Nachwuchsproblem" in der IT

Die CDU-Fraktion hat nun unter der Überschrift „Digitalisierung durchdacht durchführen“ drei separate Anträge in die Bürgerschaft eingebracht. Im ersten Antrag mit dem Titel „Ohne Fachkräfte ist kein Staat zu machen“ weist sie darauf hin, dass der Senat zwar ehrgeizige Pläne verkünde – etwa die kürzlich im Abendblatt vorgestellte Idee, fast alle Behördengänge sollten für die Hamburger schon bald auch online zu erledigen sein. Zugleich aber fehle dem Senat absehbar das Personal, zumal bis 2024 fast ein Viertel der IT-Experten in den Ruhestand gingen. Zudem fehle es allgemein an Fachkräften auf dem Markt. Ein Blick auf die aktuellen Zahlen offenbare ein „extremes Nachwuchsproblem“, so der Antrag. Nur vier Prozent der IT-Fachkräfte seien jünger als 30 Jahre. Daher solle der Senat seine Strategie zur Gewinnung von Fachpersonal darlegen und auch prüfen, ob ein „duales Studium als Mittel zur Fachkräftegewinnung infrage kommt“.

In einem weiteren Antrag fordert die CDU den Senat auf zu erläutern, wer beim Thema Digitalisierung welche Aufgaben in der Verwaltung übernehme und welche neuen Akzente der neue CDO Christian Pfromm setzen wolle. In einem dritten Antrag weist die CDU darauf hin, dass die 2015 beschlossenen „Verwaltungsvorschriften zur transparenten und kostenstabilen Umsetzung von IT-Projekten“ längst veraltet seien. Zudem rügt sie, dass die Ergebnisse noch nicht evaluiert seien und der Ende 2017 fällige Bericht über „Stand und Entwicklung des IT-Projektwesens“ noch nicht vorliege. Dieser müsse nun endlich veröffentlicht werden, so der CDU-Antrag – ebenso wie ein modernisierte Fassung der Verwaltungsvorschriften für kostenstabile IT-Projekte.