Hamburg

Hamburgs CDU-Parteispitze soll jünger und weiblicher werden

CDU-Landesvorsitzender Roland Heintze will die Parteispitze kräftig umbauen

CDU-Landesvorsitzender Roland Heintze will die Parteispitze kräftig umbauen

Foto: Axel Heimken / dpa

Viel Bewegung beim CDU-Landesvorstand: Frauenanteil soll steigen. CDU-Chef Roland Heintze verzichtet auf die Bundestagskandidatur.

Hamburg. CDU-Landesvorsitzender Roland Heintze greift durch und baut die Parteispitze nach seinen Vorstellungen kräftig um: Geht es nach dem Willen Heintzes, dann wählt der Landesparteitag am 11. Juni gleich elf Christdemokraten neu in den künftig 27-köpfigen Landesvorstand.

„Der neue Vorstand wird jünger und weiblicher“, sagte Heintze bei der Vorstellung seines Personaltableaus am Mittwoch. „Diese Chance zur Gestaltung hat man als Landesvorsitzender nur alle zwei Jahre“, machte der 43 Jahre alte Heintze seinen Führungsanspruch deutlich. Wenn der Parteitag dem Vorsitzenden folgt, dann steigt der Frauenanteil in der Parteispitze von 36 auf 44 Prozent und das Durchschnittsalter sinkt von 54 auf 45 Jahre.

Heintze beendet Streit mit Parteifreund

Für Klarheit sorgte Heintze in eigener Sache. „Ich bewerbe mich nicht um ein Mandat für den Deutschen Bundestag“, sagte der CDU-Politiker und beendete damit den Streit mit seinem Parteifreund, dem Bundestagsabgeordneten Rüdiger Kruse. Heintze hatte in den zurückliegenden Wochen Interesse an einer Bundestagskandidatur für den Wahlkreis Eimsbüttel durchblicken lassen, in dem Kruse wieder antreten will. Das war insofern überraschend, als Kruse und Heintze 2015 eine andere Verabredung getroffen hatten.

Kommentar: Verjüngungskur löst nicht Problem der CDU

Die beiden Eimsbütteler Christdemokraten waren sich schon damals bei der Neuaufstellung der Partei nach der krachenden Niederlage der CDU bei der Bürgerschaftswahl in die Quere gekommen. Beide wollten Landesvorsitzender werden. Schließlich zog Kruse seine Bewerbung zurück und Heintze sicherte ihm im Gegenzug zu, ihm freie Bahn bei einer erneuten Bundestagskandidatur 2017 zu lassen. Heintze, der 2015 den Sprung in die Bürgerschaft verpasst hatte, will sich nun offensichtlich auf die Europawahl 2019 konzentrieren. „Brüssel und Straßburg sind entscheidende Plätze für Hamburg. Europa ist durchaus ein interessantes Feld. Darüber mache ich mir Gedanken, wenn es soweit ist“, so Heintze, der 2014 schon einmal bei der Europawahl gescheitert war.

Ploß soll Landesvize-Posten übernehmen

Die größte Veränderung an der Parteispitze soll es bei den vier stellvertretenden Landesvorsitzenden geben: Wie berichtet, soll der neu gewählte Nord-Kreisvorsitzende Christoph Ploß einen der Landesvize-Posten übernehmen. Ebenfalls in die engere Parteiführung aufrücken sollen der neue CDU-Mitte-Chef Christoph de Vries und die Harburgerin Birgit Stöver, zugleich Parlamentarische Geschäftsführerin der CDU-Bürgerschaftsfraktion. Nur die Wandsbekerin Friederike Föcking soll nach dem Heintze-Vorschlag als stellvertretende Landesvorsitzende wiedergewählt werden.

Auf der Strecke bleiben dagegen Ex-Bürgermeisterkandidat Dietrich Wersich, gerade als CDU-Nord-Chef abgewählt, sowie die Bundestagsabgeordneten Kruse und Herlind Gundelach. „Unser Ziel ist, die Regierungsfähigkeit der CDU wiederherzustellen“, sagte Heintze. „Das ist eine große Herausforderung, die wir nicht mit den alten Gesichtern hinbekommen.“ Erstmals soll die CDU mit der 28 Jahre alten Friederike Höher eine Landesmitgliederbeauftragte bekommen. Derzeit hat die Hamburger CDU 7400 Mitglieder.