Idomeni-Konsequenz

Kirchen schließen Unterkünfte für Transitflüchtlinge

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße ist Sonderbeauftragter für Flüchtlingsfragen der Deutschen Bischofskonferenz

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße ist Sonderbeauftragter für Flüchtlingsfragen der Deutschen Bischofskonferenz

Foto: dpa

Evangelischer Kirchenkreis und Erzbistum Hamburg reagieren auf Schließung innereuropäischer Grenzen. 20.000 Flüchtlinge wurden betreut.

Hamburg. Zum 31. März werden wie geplant die beiden kirchlichen Unterkünfte für Transitflüchtlinge in Hamburg geschlossen. Die Kooperationspartner (Ev.-Luth. Kirchenkreis Hamburg-Ost, Caritasverband und Erzbistum Hamburg) reagieren damit auf die aktuelle Entwicklung, dass aufgrund der Schließung innereuropäischer Grenzen kaum noch weiterreisende Flüchtlinge in Hamburg Station machen, wie Kirchenkreissprecher Remmer Koch am Mittwoch mitteilte. Humanitäre Hilfe würde in den Unterkünften Neue Burg am Hopfenmarkt und Danziger Straße in St. Georg in der bisherigen Form nicht mehr benötigt.

Unbürokratische Versorgung

Im Herbst 2015 waren immer mehr Menschen am Hamburger Hauptbahnhof gestrandet und brauchten dringend Unterstützung für eine Nacht. „Uns war sofort klar, dass wir im Bündnis schneller und besser helfen können“, sagte die evangelische Pröpstin Isa Lübbers. Sie sei dankbar, dass beide Kirchen es über Monate gemeinsam geschafft hätten, den geflüchteten Menschen unbürokratisch einen Schlafplatz, ärztliche Versorgung und Mahlzeiten bieten zu können, sagte sie.

20.000 Flüchtlinge wurden betreut

An beiden Orten wurden über 20.000 Flüchtlinge betreut, denen für eine Nacht Erholung, Nahrung und Duschen angeboten wurden. Danach fuhren die meisten nach Skandinavien weiter. Im Einsatz waren rund 750 Freiwillige, die in über 800 Schichten mehr als 10.500 Stunden Hilfe leisteten. Pro Nacht wurden etwa 400 Schlafplätze bereitgehalten und zahlreiche Sachspenden wie Nahrungsmittel, Matratzen und Decken gesammelt und verteilt.