Hamburg

Hochschulpräsidenten fordern deutlich mehr Geld

Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg,hält die neue Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) für einen Gewinn für die Hochschulen

Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg,hält die neue Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) für einen Gewinn für die Hochschulen

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Hamburgs Hochschulen freuen sich auf die neue Wissenschaftssenatorin Fegebank. Doch sie verlangen zusätzliche Millionen für ihren Etat.

Hamburg. Die Präsidenten von Hamburgs wichtigsten Hochschulen haben von der neuen rot-grünen Landesregierung deutlich mehr Geld für die Wissenschaft verlangt. In einem am Montag präsentierten Papier mit dem Titel „Aus Kenntnis und Verantwortung. Denkschrift zum Hochschulsystem und zur Hochschulpolitik in der Freien und Hansestadt Hamburg“ sprechen sie von einem Finanzierungsrückstand in Höhe von bis zu 25 Prozent.

Derzeit liegen die öffentlichen Ausgaben für Hamburgs Hochschulen bei rund 642 Millionen Euro. Im kommenden Jahr sollen es dem Koalitionsvertrag von SPD und Grünen zufolge 647 Millionen Euro sein. In Anlehnung an die aktuellen Zuweisungen des Stadtstaates bedeutete die Forderung der Landeshochschulkonferenz ein Plus von rund 160 Millionen pro Jahr. Bislang vereinbart zwischen SPD und Grünen sind zusätzlich acht Millionen Euro für die Wissenschaft allgemein.

„Wir sind überhaupt nicht gierig, sondern wir möchten den Ambitionen, (...) die die Senatoren und die Politik seit Jahren formulieren, nur entsprechen. Mehr nicht“, sagte der Präsident der Hochschule für bildende Künste (HfbK), Prof. Martin Köttering. Und sein Kollege Prof. Elmar Lampson von der Hochschule für Musik und Theater sagte, er erwarte eine klare Abkehr von der bislang vereinbarten maximalen Etatsteigerung von 0,88 Prozent - eine Forderung, der SPD und Grüne schon in ihrem Koalitionsvertrag eine Abfuhr erteilt haben. Denn dort heißt es: „Die Hochschulvereinbarungen gelten bis 2020.“

Eigentlich hätte die gut 90-seitige Denkschrift schon vor der Bürgerschaftswahl vorgelegt werden können. Davon hätten die Hochschulen aber auch aus Rücksicht auf den Wahlkampf Abstand genommen, sagte der neue Vorsitzende der Landeshochschulkonferenz und Präsident der Hafencity Universität (HCU), Walter Pelka. „Es ist keine Kampfschrift“, betonte er. Es sei vielmehr ein zeitloses Dokument über den Zustand, die Pläne und die Ideen der Hochschulen.

Konkret geht es neben den Finanzen unter anderem um die Stärken und Schwächen des Hamburger Hochschulsystems, um Zukunftsprojekte, Förderformate, die Gleichstellung und die Lehre. Hinzu kommen Bereiche wie Internationalisierung und Hochschuladministration. „Es ist ganz wichtig festzuhalten, dass dieses Papier nicht die Spur einer Kritik gegenüber der neuen Regierung enthält“, sagte Universitäts-Präsident Prof. Dieter Lenzen. Mit alten Regierung und ihrer Wissenschaftssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) waren die Hochschulen über Monate im Clinch gelegen.

Alle Hochschulpräsidenten zeigten sich überzeugt, dass die neue Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank und ihre Staatsrätin Eva Gümbel (beide Grüne) ein Gewinn für die Hochschulen seien. „Wir sind sowohl von der Kompetenz als auch von der Dialogfähigkeit als auch von der Bereitschaft, etwas zu machen, mehr als überzeugt“, sagte Lenzen. Und Prof. Lampson erinnerte an die Arbeit der beiden Politikerinnen in der vorangegangenen Legislatur: „Das, was sie damals in der Opposition gesagt hatten, war ziemlich genau das, was wir auch gesagt haben.“ (dpa)