Ausstellung zum 200. Todestag von Matthias Claudius

Wandsbek. Wandsbek ehrt den berühmtesten Wandsbeker. Im Jahr seines 200. Todestages wird mit Matthias Claudius (1740–1815) einer der Erfinder des Journalismus (Wandsbeker Bote) und der Autor des berühmten Abendliedes (Der Mond ist aufgegangen ...) im Wandsbek Quarree zurück ins Gedächtnis der Hamburger geholt. Die Ausstellung (19. bis 24. Januar) dokumentiert auf insgesamt 28 Stelltafeln das bewegte Leben des Dichters, Aufklärers und 12-fachen Familienvaters. Auch ein Bronzemodell der Claudiusstatue vom Wandsbeker Marktplatz sowie Bilder von ihm und seiner Familie sind zu sehen.

Claudius’ Wandsbeker Bote kombinierte erstmals Nachrichten mit Unterhaltung, zu der damals noch sogenannte „gelehrte Sachen“ wie Gedichte gehörten. Der Bote warf zwar nichts ab, machte aber Wandsbek zum berühmtesten Marktflecken Deutschlands. Goethe, Herder, Lessing und Voß schrieben für Claudius, der oft am Rande des Bankrotts balancierte. Seine Bücher waren durch keinerlei Urheberrecht geschützt.

Claudius warb für Toleranz unter den Religionen und ermahnte im Angesicht der französischen Revolution die Menschheit, eine ungeliebte Ordnung erst dann umzustürzen, wenn nach reiflicher Überlegung klar ist, welche Ordnung ihr folgen soll. Auch sein anklagendes „Kriegslied“ hat Aktualität. Am Dienstag, 20. Januar, 20 Uhr, stellt Claudius-Experte Michael Pommerening in der Christus-Kirche (Wandsbeker Markt) das Leben des Aufklärers vor. Der Eintritt ist frei.