Späte Landungen – Flughafen hat häufig auf Bußgelder verzichtet

Hamburg. Der Flughafen in Fuhlsbüttel hat für verspätete Starts und Landungen im vergangenen Jahr lediglich Bußgelder in Höhe von 1300Euro verhängt. Die niedrige Summe sorgt bei den Bürgerschaftsabgeordneten im Umweltausschuss für große Verwunderung. Vor dem Hintergrund, dass der Senat den Lärmzuschlag für verspätete Flugzeuge im kommenden Jahr erhöhen will, konfrontierte Dennis Thering (CDU) die Fluglärmschutzbeauftragte Gudrun Pieroh-Joußen am Donnerstag mit der Bußgeldsumme.

„Der Bußgeldkatalog wurde nicht ausgenutzt“, gab Pieroh-Joußen vor vielen Fluglärmgegnern in der Ausschusssitzung in der Patriotischen Gesellschaft zu. Dies habe sich in der Zwischenzeit jedoch geändert. Anschließend sah sich die Fluglärmschutzbeauftragte scharfer Kritik ausgesetzt. „Wir sind davon ausgegangen, dass der Bußgeldkatalog ausgenutzt wird“, sagte der grüne Bürgerschaftsabgeordnete Anjes Tjarks. „Sie werden den Ihnen übertragenen Aufgaben nicht gerecht.“

Tjarks und Thering bezweifeln, dass die Bußgelderhöhung 2015 Wirkung zeigt. Für ein Gros der Flugzeuge müssen dann gut 200 Euro bezahlt werden. Andreas Dressel (SPD) erinnerte die Abgeordneten daran, dass die nun beschlossene Bußgelderhöhung genau dem gemeinsamen Bürgerschaftsentschluss entspreche. „Niemand hat ein höheres Bußgeld gefordert.“ Es müsse aber beobachtet werden, ob das Wirkung zeige. „Unsere Erwartung ist, dass es weitergehen muss.“