Ex-Bürgermeister Ahlhaus legt sein Bürgerschaftsmandat nieder

Altstadt. Das war ein berührender Moment in der Bürgerschaft: Der frühere Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) erklärte am gestrigen Mittwochabend am Ende seiner Rede zum Busbeschleunigungsprogramm, dass er sein Bürgerschaftsmandat mit sofortiger Wirkung aus beruflichen Gründen niederlege. Ahlhaus lobte die Streitkultur und Fairness des Hauses und bedankte sich ausdrücklich bei SPD-Fraktionschef Andreas Dressel („Lieber Andreas...“) für die gute Zusammenarbeit. Dem Senat dankte er „für den honorigen Umgang miteinander“. Am Ende seiner Rede applaudierten die Abgeordneten aller Fraktionen und der Senat.

Ahlhaus war bereits im Sommer mit seiner Familie nach Berlin gezogen, wo er in einer Anwaltskanzlei tätig ist. Insofern war klar, dass der Christdemokrat seine politische Arbeit in Hamburg nicht fortsetzen würde, nur der Zeitpunkt des Abschieds am gestrigen Mittwoch überraschte. Ahlhaus war von August 2010 bis März 2011 Erster Bürgermeister. Mit ihm als Spitzenkandidaten fuhr die CDU ihr historisch schlechtes Ergebnis von 21,9 Prozent ein.

Zuvor war es gestern in der Debatte zu einem Eklat gekommen: Der CDU-Verkehrspolitiker Hans-Peter Hesse attackierte mehrere SPD-Abgeordnete wie Martina Koeppen und Ole Thorben Buschhüter persönlich und nannte Hochbahn-Chef Günter Elste ein „Freudenmädchen“. Elste galt als Befürworter der Einführung einer Stadtbahn, die der SPD-Senat jedoch ablehnt. Elste setzt jetzt das vom Senat gewünschte Busbeschleunigungsprogramm um. Nachdem Hesse mehrere Ermahnungen von Bürgerschaftspräsidentin Antje Möller (Grüne) ignoriert hatte, berief die SPD-Fraktion empört den Ältestenrat ein. Der CDU-Politiker kassierte einen Ordnungsruf, und die Debatte wurde fortgesetzt.