Journalismus

CDU besorgt über Entwicklung der Medienbranche

Mehr Engagement für die Start-up-Szene gefordert. „Die Verlage müssen noch flexibler auf die neuen Marktgegebenheiten reagieren“, sagte CDU-Medienpolitiker Andreas Wankum.

Hamburg. Die CDU hat sich besorgt über die Entwicklung der Hamburger Medienbranche geäußert. Die starken Auflagenrückgänge bei Zeitungen, die Abwanderungen und die jetzt bekannt gewordene Schließung des „Focus“-Korrespondentenbüros seien keine guten Signale für die in Hamburg traditionell starke Branche, sagte CDU-Medienpolitiker Andreas Wankum. „Die Verlage müssen noch flexibler auf die neuen Marktgegebenheiten reagieren“, sagte Wankum. „Und die Politik muss die Entwicklung auch in Hamburg noch stärker flankieren.“ Allerdings sei es nicht Aufgabe der Politik, die Probleme der Verlage zu lösen, das müssten diese selbst tun. Es sei ihm zum Beispiel unverständlich, dass es bis heute keine einfachen Bezahlmodelle für redaktionelle Angebote im Internet gebe oder auch Flatrate-Modelle wie etwa Spotify in der Musikbranche, so Wankum.

Ähnlich äußert sich der Hamburger Medienmacher Jens de Buhr in einem Beitrag auf dem Expertenblog der CDU unter hamburg-braucht-mehr.de. „Es muss mehr passieren, als immer wieder gebetsmühlenartig zu fordern, guter Journalismus bedarf guter Bezahlung – so etwa von Bürgermeister Olaf Scholz zu hören“, schreibt der Geschäftsführer der JDB Media GmbH, die u. a. Unternehmenspublikationen produziert. „Die digitalen Märkte mit übermächtigen Playern wie Google heizen die Gratiskultur für Inhalte immer weiter an. Und solange alle alles kostenlos ins Netz stellen, kann sich keine Bezahlkultur entwickeln.“

Hamburg brauche „dringend ein funktionierendes und schlagkräftiges Team, das sich ohne Behördenmief – dafür mit Kompetenz, Leidenschaft und Unternehmerspirit – um neues Wachstum in der Medienbranche kümmert“, so de Buhr. „Wir brauchen einen Jogi Löw in Standortfragen. Hamburg muss den unbedingten Willen zeigen, dass neue Firmen und frische Ideen willkommen sind.“

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