Menschlich gesehen

Der Angreifer

Er gilt als einer der größten Kritiker von Bürgermeister Olaf Scholz (SPD). Dietrich Wersich, 49, lässt keine Gelegenheit aus, seiner Rolle als Oppositionsführer gerecht zu werden. Derzeit moniert er, dass der Senatschef bei der Bildung der Großen Koalition aufblühe, in Hamburg dagegen Politik fast nicht stattfinde. Zwar steht noch nicht fest, mit welchem Spitzenkandidaten die CDU in den Bürgerschaftswahlkampf zieht. Es wäre aber überraschend, wenn er nicht Dietrich Wersich hieße.

Seit 1997 mischt der CDU-Fraktionschef in der Landespolitik in verschiedenen Funktionen mit. Zuerst als Bürgerschaftsabgeordneter, später als Staatsrat in der Gesundheits- und der Sozialbehörde, die er von 2008 bis 2011 als Senator leitete.

Wersichs Leidenschaft gilt dem Theater. „Schließlich geht es um die großen Themen Liebe, Leidenschaft, Tragik“, sagte er einmal. Wersich wuchs mit vier Brüdern auf, machte am Johanneum das Abitur, wurde Arzt und war mehrere Jahre lang geschäftsführender Gesellschafter des Altonaer Theaters, später auch der Hamburger Kammerspiele und des Harburger Theaters. Die Woche vor Weihnachten verbringt Wersich mit seinem Lebensgefährten in den Schweizer Bergen. Die Alpen haben es ihm ohnehin angetan. Im Sommer vergangenen Jahres durchquerte er das Gebirge in 19 Tagen – 377 Kilometer vom Bodensee zum Comer See.