Pendler zahlen für P+R-Plätze künftig 200 Euro pro Jahr

Hamburg führt erstmals Gebühren ein und baut dafür das Park-System aus

Hamburg. Die Hansestadt wird die Nutzer von Park-and-Ride-Plätzen künftig zur Kasse bitten. Wer seinen Wagen in einer der Anlagen in der Nähe von U- oder S-Bahn-Stationen abstellt, muss voraussichtlich vom Juli 2014 an zwei Euro pro Tag bezahlen. Ein Monatsticket kostet 20 Euro, die Jahresgebühr beträgt 200 Euro. Bisher waren die Parkplätze dort kostenlos.

Das am Dienstag vom Senat beschlossene „Park-and-Ride-Entwicklungskonzept“ sieht einen deutlichen Ausbau des P+R-Systems vor. Zusätzlich zu den aktuell 9100 sollen Tausende neuer Plätze entstehen. Zugleich sollen die Anlagen sicherer und sauberer werden. Die derzeit noch 425 P+R-Plätze innerhalb des Ring 2 werden abgeschafft. Die Grundstücke könnten für den Wohnungsbau genutzt werden. Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof (SPD) verwies darauf, dass der Rechnungshof den Senat schon 2007 aufgefordert habe, die Einführung von P+R-Gebühren zu prüfen. Das kostenlose Parken sei ein Fehlanreiz für Pendler etwa aus Buxtehude oder Lüneburg gewesen. Diese seien häufig mit dem Auto nach Hamburg gefahren, um es hier gratis abzustellen, da P+R bei ihnen zu Hause längst gebührenpflichtig sei.

Die Opposition kritisierte das neue P+R-Konzept des Senats als „Abzocke“ oder als unausgegoren.