Hamburg-Bergedorf

Pfefferspray-Attacke: Rechter in Psychiatrie

Hamburg. "Feige, beschämend, fürchterlich" - mit deutlichen Worten verurteilt die Deutsch-Polnische Gesellschaft Hamburg (DPG) den Pfefferspray-Anschlag eines Rechtsradikalen in Bergedorf. Bei der Enthüllung eines Mahnmals für ehemalige Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und Häftlinge am City-Center Bergedorf hatte sich am Freitag ein 41-Jähriger nach vorne geschlichen und Pfefferspray in die Menschenmenge gesprüht. Von den 200 Besuchern der Gedenkfeier wurden acht polnische Ehrengäste - alle ehemalige Zwangsarbeiter - verletzt. Der psychisch gestörte Attentäter ist der Polizei bekannt und muss bereits 3000 Euro Strafe für das Verbreiten rechtsextremistischer Hetzschriften zahlen. Nach Angaben der Polizei ist er in die Psychiatrie eingewiesen worden.

"Die kriminelle Tat ist schockierend und macht uns tief betroffen und wütend. Wir entschuldigen uns insbesondere bei unseren polnischen Gästen für diese Schandtat in Hamburg", erklärt die Deutsch-Polnische Gesellschaft. Das Denkmal werde durch den Anschlag zu einem doppelten Mahnmal: "Erinnerung an Zwangsarbeit und Diktatur und aktuell gegen Rechtsradikalismus und Fremdenfeindlichkeit."

Im Konzentrationslager Neuengamme starben bis 1945 fast 43 000 der zur Arbeit gezwungenen Gefangenen, darunter auch viele Kinder. Die DPG: "Niemand darf weggucken und sagen, Gedenken und Erinnern gehe ihn nichts an. Zeigen wir Zivilcourage, aufrechten Gang und allem rechtsradikalen Gedankengut die Stirn."