Chef des Finanzgerichts ist jetzt im Ruhestand

Doppelsenator Vahldieck leitet Verabschiedung, Vorgänger Steffen sitzt im Publikum

Altstadt. Es war sein erster Auftritt als Justizsenator. Heino Vahldieck, eigentlich Chef der Innenbehörde, verabschiedete gestern den Präsidenten des Finanzgerichts, Dr. Jan Grotheer, in den Ruhestand. Die entsprechende Urkunde trug jedoch nicht seine Unterschrift. Sein Vorgänger Till Steffen hatte sie noch vor wenigen Tagen unterzeichnet. Gestern saß der GAL-Politiker, den Bürgermeister Christoph Ahlhaus nach dem Aufkündigen der Koalition als Justizsenator entlassen hatte, abseits im Publikum. "Mich hat mit Herrn Grotheer viel verbunden, deswegen war es mir ein Anliegen, ihn zu verabschieden", sagt Steffen. Es scheint ihm nicht leichtzufallen. Nach der Veranstaltung spricht er kurz mit Grotheer und verlässt dann so schnell wie möglich den Saal.

300 Gäste aus Politik, Justiz und Finanzverwaltung waren zur Veranstaltung in der Handelskammer gekommen. Innensenator Vahldieck ging humorvoll mit seiner neuen Rolle als Doppelsenator um. "Ich habe Herrn Grotheer ja erst vor wenigen Minuten kennengelernt", sagt er. So bestand seine Rede auch größtenteils aus Zitaten von früheren Kollegen des Richters. "Ich bin dankbar, dass Senator Vahldieck trotz seines engen Zeitplans gekommen ist", sagt Grotheer. Für den Innen- und jetzt auch Justizsenator sind beide Positionen gleich wichtig. "Ich muss versuchen, beidem Zeit einzuräumen, auch wenn das für mich viel mehr Arbeit bedeutet", sagt er. Allerdings sei er stark auf seine Mitarbeiter angewiesen, da er über wenige Vorkenntnisse in der Justiz verfüge.