Ahlhaus und Hajduk werben vor Ort für die Stadtbahn

Winterhuder sind skeptisch, Steilshooper freuen sich

Hamburg. Die geplante Stadtbahn für Hamburg spaltet weiter die Gemüter. Auf gleich zwei parallel laufenden Veranstaltungen stellte sich der Senat den zum Teil kritischen Fragen der Bürger - Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) im Winterhuder Fährhaus, Stadtentwicklungssenatorin Anja Hajduk (GAL) in der HafenCity-Universität.

Dabei wurde eines deutlich - Gegner der geplanten Straßenbahn kommen zu großen Teilen aus Winterhude und Eppendorf. Sie befürchten vor allem Beeinträchtigungen während der Bauphase des ersten Trassenabschnitts von Bramfeld über Steilshoop bis zur U-Bahn-Station Kellinghusenstraße. Die Verkehrsführung am Winterhuder Marktplatz, die Erreichbarkeit der Geschäfte und schließlich die schon vorhandene Schienenanbindung werden immer wieder als Gegenargumente herangezogen.

Argumente, die für die Steilshooper nicht gelten. "Seit 40 Jahren träumen die etwa 70 000 Menschen aus diesem Teil Hamburgs davon, an das innerstädtische Leben angeschlossen zu werden", sagte Dieter Maibaum, Vorsitzender der Koordinierungskonferenz Steilshoop. Trotz der unterschiedlichen Sichtweisen versuchten die Senatsmitglieder und Fachvertreter, alle Argumente aufzunehmen. So kündigte Gerhard Schenk vom Planungsteam der Hochbahn an: "Wir werden im Zuge der Bauplanung mit jedem einzelnen Geschäftsinhaber sprechen."

Auch Christoph Ahlhaus betonte, er wolle die Einwände gegen die Stadtbahn ernst nehmen und genau prüfen. Gleichzeitig ließ er aber keinen Zweifel daran, dass der Senat am Projekt Stadtbahn festhalten werde. Dies sei mit der GAL so vereinbart.

Nicht das einzige Argument für das Projekt Stadtbahn, wie Anja Hajduk, CDU-Fraktionschef Frank Schira und Hochbahnchef Günter Elste in der Uni hervorhoben. Der Druck, den öffentlichen Personennahverkehr zu erweitern, sei sehr hoch, sagte Hajduk, die Kapazitäten einiger Buslinien bereits ausgereizt. "Es gibt keine Alternative zur Stadtbahn", sagte Elste, der noch nicht alle Besucher überzeugen konnte. Weitere Veranstaltungen dieser Art werden folgen.