Seemänner im freien Fall

Es sieht auf den ersten Blick ein bisschen wie Wildwasserbahn für große Jungs aus, doch der Hintergrund ist durchaus ernst: Im Altonaer Fischereihafen ist gestern ein neues Freifall-Rettungsboot (Rettungssatellit) in Betrieb genommen worden, das für die Sicherheitsausbildung von Seeleuten genutzt wird. Unter anderem müssen sie mit dem 5,77 Meter langen Gefährt, das in der Regel am Heck des Schiffes hängt, aus großer Höhe auf die Wasseroberfläche abspringen. Obwohl das Boot in einem schrägen Winkel auf das Wasser trifft und kurz untertaucht, ist die Wucht des Aufpralls enorm. Um Verletzungen vorzubeugen, müssen sich die bis zu 14 Personen an Bord daher anschnallen und den Kopf fixieren.

Auf der Bootsanlage im Fischereihafen schult die Firma Ma-co (maritimes competenzcentrum) seit 20 Jahren Seeleute. Seitdem absolvierte das alte Freifallboot mehr als 1000 "Sprünge". Der Nachfolger kostet 53 000 Euro und wurde von der Hatecke GmbH aus Drochtersen geliefert. "Das Freifallboot wurde speziell für uns entwickelt und ermöglicht besonders viele Absprünge", sagte Hanno Göhler (ma-co). Wirtschaftssenator Axel Gedaschko (CDU): "Hamburg als größter norddeutscher Schifffahrtsstandort verbessert damit weiter die Qualifizierungsangebote für den maritimen Nachwuchs."