Bund der Steuerzahler

Neuer Chef will Verein aus der "Meckerecke" herausholen

Foto: Juergen Joost / Jürgen Joost

Der 29-jährige Marcel Schweitzer ist der neue Geschäftsführer des 60 Jahre alten Vereins in Hamburg, der rund 5700 Mitglieder zählt.

Hamburg. Frischer Wind beim Bund der Steuerzahler (BdSt.) in Hamburg. Der 29-jährige Marcel Schweitzer ist der neue Geschäftsführer des 60 Jahre alten Vereins, der rund 5700 Mitglieder zählt. Der Historiker will den Verein aus der "Meckerecke" holen und sagt: "Immer erst zu protestieren, wenn unsere Abgaben verschwendet wurden, bringt ja nichts. Wir müssen schon im Vorfeld von Entscheidungen aktiv für einen wirtschaftlichen Einsatz von unserem Steuergeld sorgen."

Als Beispiel dafür nennt Schweitzer, der acht Jahre lang für die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins mit Sitz an der Ferdinandstraße verantwortlich war, die geplante Stadtbahn: "Wenn dieses Verkehrsmittel erst in zehn Jahren wirtschaftlich betrieben werden kann, sollten wir heute die Notbremse ziehen. Das wird hoffentlich auch der Senat einsehen."

Sollte die Politik allerdings an diesem Vorhaben festhalten, kündigt er Protest an: "Wir Steuerzahler sind keine anonyme Masse, sondern können uns wehren. Das sollten wir vielleicht mal wieder deutlich machen", sagt der gebürtige Altmärker. Demonstrieren könnten nicht nur die Gewerkschaften, so Schweitzer weiter, der sich früher bei den Grünen engagierte.

Die Mitglieder wieder mehr in die Vereinsarbeit einzubinden und neue zu gewinnen ist ein weiteres Anliegen von ihm: "Wir brauchen mehr Aktivität und Diskussion. Schließlich können wir uns nur dann für die Steuerzahler in der Hansestadt einsetzen, wenn wir engagierte und von der Sache überzeugte Mitglieder haben."

In der dramatischen Haushaltslage der Hansestadt Hamburg sieht Schweitzer auch eine große Chance für den gemeinnützigen Verein: "Uns Steuerzahlern stehen raue Zeiten bevor, die wir mitgestalten sollten. Laut und unbequem, aber immer sachlich - das sollte unser Ziel sein."