Rathaus Hamburg

Neujahrsempfang von Ole von Beust im Rathaus

Foto: Roland Magunia

Es ist Tradition. Am Neujahrsmorgen nimmt Hamburgs Erster Bürgermeister im Rathaus Wünsche der Bürger persönlich entgegen.

Hamburg. „Feiern Sie Silvester nicht so kräftig!“ Als ihm das im Wahlkampf 2001 ein Bürger zurief, fragte der damalige Oppositionsführer Ole von Beust noch verdutzt zurück: „Warum nicht?“ Antwort: „Weil Sie Neujahr früh aufstehen und viele Hände schütteln müssen!“ Die etwas verklausulierte Prophezeiung, dass er dann Bürgermeister sein würde, hat sich bekanntermaßen erfüllt, und das Händeschütteln am ersten Tag des Jahres ist für von Beust mittlerweile Routine.

Eine feuchte Schnauze wurde ihm im prächtigen Turmzimmer des Rathauses allerdings noch nicht entgegengereckt. Für diese tierische Premiere sorgte die Künstlerin Odette El Ibiary, die in Begleitung ihres Hundes „Silver" kam. Während der Mischlingsrüde, den von Beust bereits auf einer Ausstellung kennengelernt hatte, sich von der linken Hand des Bürgermeisters tätscheln ließ – die rechte blieb den zweibeinigen Gästen vorbehalten –, hielt sein Frauchen ein kurzes Plädoyer für Tierschutz und Frieden.

Noch inniger als „Silver“ wurde Edith Rochar als eine der ersten schon vor dem Rathaus begrüßt, noch bevor das Polizeiorchester das Hammonia Lied anstimmte. „Ich kenne ihn seit 35 Jahren“, sagte die frühere Mitarbeiterin des Bundestagsabgeordneten und ehemaligen CDU-Landeschefs Dirk Fischer. Damals sei von Beust noch Student gewesen. „Ich komme hierher, weil ich ihn schätze, als Mensch und als Bürgermeister“, sagte Edith Rochar.

Zu den jüngsten Gästen zählten wie im Vorjahr Luis (2) und Jamie (4), die mit ihren Eltern Kyra und Stefan Winter aus Niendorf ins Rathaus gekommen waren. „So oft hat man ja nicht die Gelegenheit, den Bürgermeister zu treffen“, sagte Stefan Winter.

Für die Mitglieder des Hummel Club bietet sie sich jedes Jahr. Verkleidet als Hamburger Originale sorgen Klaus-Jürgen Schöttler (Hummel), Helmut Voss (Schornsteinfeger), Edith Wulf (Zitronenjette) und viele andere für den historischen Bezug des Empfangs. „Wann feiern Sie eigentlich Silvester“, fragte Edith Wulf den Bürgermeister, schließlich müsse er an Neujahr ja stets früh aufstehen. Von Beust konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen: „Am Abend vorher, aber gemäßigt.“ Dass er nicht gewusst habe, welche Pflicht das Amt mit sich bringt, kann er ja nicht behaupten.