Zwischennutzung an den Großen Bleichen

Salzige Kunst: Das Yamato-Labyrinth

Draußen, neben dem breiten Eingang - eine Tür gibt es noch nicht - steht ein Dixi-Klo. Das ist wahlweise so kunstfern wie nichts anderes oder aber ein Stück Alltagskunst.

Das Gebäude an den Großen Bleichen 34 wird bald ein Geschäfts- und Bürohaus in bester Lage sein. Jetzt ist es ein öffentlicher Ort der Kunst. Denn der Investor, der den Neubau errichtet und dabei die historische Fassade erhalten hat, hat das Erdgeschoss vor Vermietung der Räumlichkeiten einem japanischen Künstler zur Verfügung gestellt. Wo demnächst ein Textilunternehmen seine Kleidung feilbieten wird, breitet sich noch bis zum 28. November das Labyrinth Motoi Yamatos. Es ist aus Salz und deshalb nicht begehbar. Die Installation befindet sich im Untergeschoss, der Betrachter blickt durch ein Geviert nach unten auf die Linien aus Salz.

Die Wände sind noch kahl, selbst das grelle Licht ist nackt. "Eine perfekte Atmosphäre für mein Werk", sagt Yamato, auf den Investor Famos durch die japanische Galerie Mikiko Satos am Klosterwall aufmerksam wurde. Die Hauseigentümer ihrerseits freuen sich, ihren Bau dem Hamburger Laufpublikum zu präsentieren. "Vermietet werden die Laden- und Büroräume im kommenden Frühjahr", erklärt Investor Reimund Schulz. Dann wird das Kunstwerk schon längst wieder weg sein. In der Finissage am 28. November soll das Salzlabyrinth aufgelöst werden.