Kommentar: HSH Nordbank

Hilmar Kopper hatte keine Wahl

Hilmar Kopper, der Aufsichtsratsvorsitzende der HSH Nordbank, hat sich demonstrativ hinter Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher gestellt. Hatte er überhaupt eine Wahl? Nein!

Denn erstens ist "Dr. No" nicht nur Vorstandschef, sondern bekleidet darüber hinaus noch weitere drei Vorstandsposten. Ein unhaltbarer Zustand, der viel über den Zustand der Bank sagt. Aber Nonnenmacher auch noch zu entlassen wäre Harakiri. Zweitens hatte Kopper sein Schicksal schon zuvor eng mit dem des Vorstandschefs verknüpft - wenn er ihn fallen ließe, wäre auch er selbst gescheitert. Drittens waren außer Nonnenmacher auch alle anderen Vorstände an riskanten oder grandios gescheiterten Geschäften beteiligt, wie im Übrigen die Führungsebenen fast aller anderen Banken auch. Soll man die deswegen alle entlassen? Nein, das bringt nichts.

Die Aufgabe von Aufsichtsräten wie Kopper besteht darin, wieder wie echte Kontrolleure aufzutreten und zu verhindern, dass sich so ein Wahnsinn wie bei der HSH Nordbank wiederholt.