Kritik am neuen Abitur-Plan des Schulsenators

Hamburg. Eindeutig kritisch fällt die Reaktion auf den Vorstoß von Schulsenator Ties Rabe (SPD) aus, einen Teil der Schulen von der Einführung des Zentralabiturs 2014 auszunehmen. Das Angebot geht den Gegnern der zentralen Prüfungen nicht weit genug. "Die zum Teil sehr erfolgreiche Zusammenarbeit Hamburger Schulen mit externen Partnern, zum Beispiel aus Wirtschaft und Wissenschaft, wird nun zwar etwas später, aber dennoch empfindlich gestört", sagte der Elternkammer-Vorsitzende Michael Hartwig.

Rabe will, wie berichtet, Schulen mit externen Kooperationspartnern ermöglichen, in den Fächern der Zusammenarbeit mit dem Zentralabitur erst 2016 zu beginnen. Außerdem sollen "Reformschulen", die zum Beispiel durchgehend fächerübergreifend arbeiten, dauerhaft vom Zentralabitur ausgenommen werden.

Nach Hartwigs Ansicht werden jedoch auch die fächerübergreifenden Profile in den gymnasialen Oberstufen durch zentrale Abschlussarbeiten in 22, also den meisten Fächern konterkariert. "Rabes Zickzackkurs führt ins Chaos", sagte CDU-Bildungspolitiker Robert Heinemann. Es gehe dem Senator offensichtlich nur darum, sich als Präsident der Kultusministerkonferenz zu profilieren "Um beim Zentralabitur bundesweit die Nase vorn zu haben, sollten Hamburgs Schulen ohne jeden Vorlauf die aufwendig erarbeiteten Profil-Oberstufen über Bord werfen."

GAL-Bildungspolitikerin Stefanie von Berg wirft Rabe vor, das Problem zu verschlimmern. "Die Arbeit der Profil-Oberstufen wird in keiner Weise anerkannt. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben", sagte von Berg.