Landesliga

Harburger TB will auf Platz sechs überwintern

Das junge Landesliga-Team des Harburger Turnerbundes posiert für das offizielle  Mannschaftsfoto.

Das junge Landesliga-Team des Harburger Turnerbundes posiert für das offizielle Mannschaftsfoto.

Foto: Rafael Cieplik

Trainer Kirill Schneiderist mit dem Abschneiden seiner Mannschaft in der Landesliga zufrieden. Verlust an Spielern wurde schnell kompensiert.

Harburg.  Dass seine Mannschaft in diesem Jahr noch ein Fußballspiel bestreiten wird, glaubt Kirill Schneider nicht. Der mit erst 30 Jahren noch junge Trainer der Landesliga-Fußballer des Harburger TB hat seinen Spielern deshalb auch keine Anweisungen gegeben, dass und wie sie sich in der Corona-Fußballpause fit halten sollen, die in Hamburg bis Ende des Monats befristet ist. „Es wäre unverantwortlich, zu früh wieder den Spielbetrieb aufzunehmen“, sagt er und mahnt zur Vorsicht. Viel wichtiger sei es, gesund zu bleiben. Mit dem bisherigen Abschneiden seines Harburger TB in der Saison 2020/21 ist der Trainer sehr zufrieden.

In den erst vier Begegnungen in der Hammoniastaffel hat seine Mannschaft elf Treffer erzielt bei zwei Siegen, einem Unentschieden und zuletzt vor dem Corona-Stopp dann doch einer 1:2-Niederlage auf eigenem Platz gegen den SC Sternschanze. Der Harburger TB rangiert auf Tabellenplatz sechs. Platz acht am Ende der Hinrunde und damit die Qualifikation für die Aufstiegsrunde mit den Mannschaften der oberen Tabellenhälfte hatten sich Trainer und Mannschaft vor Saisonbeginn als sportliches Ziel gesetzt. „Damit wir frühzeitig nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben“, sagt Schneider.

Personeller Umbruch traf den HTB gleich zweimal

Doch nachdem Schleswig-Holstein bereits die Corona-Pause bis zum Ende des Jahres verlängert hat, ist es noch einmal fraglicher geworden, ob die Fußballsaison 20/21 in der Hamburger Landesliga mit etlichen Vereinen aus dem nördlichen Nachbarland überhaupt sportlich beendet werden kann.

Im Januar 2020 hat Kirill Schneider als Nachfolger von Steffen Prielipp die Landesligamannschaft des Harburger TB übernommen. Seine erste Trainerstation im Erwachsenenbereich nach zuvor sieben Jahren als Jugendtrainer von der D- bis zur A-Jugend. Seit Beginn der laufenden Saison steht ihm mit Radoslaw Wons ein Kumpel als Assistent zur Seite, mit dem er viele Jahre beim HTB gemeinsam Fußball gespielt hat. „Er ist auch mein Trauzeuge, und ich seiner“, beschreibt Kirill Schneider die sehr persönliche Beziehung zu seinem engsten Mitstreiter auf der Jahnhöhe.

Wo es im vergangenen Winter und noch einmal im Sommer jeweils einen großen personellen Umbruch gab beim einzigen Landesligisten aus dem Hamburger Süden, der in der zweigeteilten Liga in der Hammoniastaffel spielt. „Die Fußballer, die uns zuletzt verlassen haben, waren allesamt Stammspieler und Stützen der Mannschaft“, beschreibt Kirill Schneider, wie schwer die Verluste wiegen. „Allein die vier Spieler, die gerade zum Oberligisten Buchholz 08 gewechselt sind, machen fußballerisch eine halbe Mannschaft aus.“ Gemeint sind David Mrozek, Eleftherios Solomou, Yasin Aytekin und vor allem Torjäger Niklas Schulz, die im Sommer dem neuen Buchholzer Cheftrainer Nabil Toumi in die Nordheide gefolgt sind, der seinerseits viele Jahre erfolgreich im Jugend- und Herrenbereich des Harburger TB tätig war.

Auch Kirill Schneider zählt zu den sportlichen Abgängen

Böse ist Schneider aber weder den vier Fußballern noch seinem früheren HTB-Trainerkollegen. „Die Spieler haben offen kommuniziert, dass sie eine Liga höher spielen wollen. Das war in Ordnung so. Und ich weiß, dass sie bei Nabil und Buchholz 08 in guten Händen sind.“ Zu den Abgängen beim HTB darf auch Kirill Schneider selbst gezählt werden, der nach einem Kreuzbandriss im Sommer 2019 mittlerweile gesundheitlich wieder fit ist, als Spieler oder auch Spielertrainer aber dennoch nicht aufs Feld zurückkehren will und seine eigene Fußballerkarriere für beendet erklärt hat. Schneider: „Ich habe als Fußballer keine Ambitionen mehr und mich für den Trainerjob entschieden. Und der macht mir großen Spaß.“

Zumal die Neuen beim HTB gut eingeschlagen haben, wie Kirill Schneider es ausdrückt. „Wir haben uns unbekannte Spieler aus der Region geholt, die gut zu uns passen“, sagt der HTB-Trainer, der seine extrem junge Truppe von 27 Spielern am liebsten Angriffsfußball spielen lässt. Der „Jugendwahn“ beim HTB in Zahlen: 22 Fußballer sind unter 25 Jahre alt, 15 von ihnen – und damit mehr als die Hälfte – sogar unter 22.

„Einen Großteil meiner jetzigen Spieler kenne ich noch aus meiner Zeit als Jugendtrainer beim Harburger TB“, freut sich Kirill Schneider über die neben allen Spielerwechseln auch große Kon-stanz beim Harburger TB, für die er selbst das beste Beispiel ist.