Schallschutz

Ein Öko-Dach für die neue Bundesliga-Halle

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Axel Tiedemann
So sieht ein erster Entwurf der neuen Buxtehuder Bundesliga-Sport- und Eventhalle aus. Die genaue Fassadengestaltung steht noch nicht fest.

So sieht ein erster Entwurf der neuen Buxtehuder Bundesliga-Sport- und Eventhalle aus. Die genaue Fassadengestaltung steht noch nicht fest.

Foto: mro / AT

Planer stellen in Buxtehude aktuelle Entwürfe vor. Bewachsene Fläche dient auch als Schallschutz. Projekt wird deutlich teurer als kalkuliert.

Buxtehude. Sie soll beste Voraussetzungen für den Schul- und Breitensport bieten, Austragungsort für Handball-Bundesliga-Spiele sein und auch einige wenige Kulturveranstaltungen vor großem Publikum ermöglichen: Wie der Neubau der Buxtehuder „Halle-Nord“ auf dem Gelände der Integrierten Gesamtschule (IGS) konzipiert sein wird, stellten ihre Planer jetzt im zuständigen Schulausschuss des Stadtrates vor, wo der aktuelle Entwurf auf allgemeine Zustimmung stieß.

Auffälliges optisches Merkmal: Die neue Halle soll ein Grün-Dach bekommen. Das sei im Sinne einer nachhaltigen Planung, aber vor allem auch eine gute Möglichkeit, um Lärm aus dem Inneren der Halle gut abschirmen zu können, sagte Stefan Martens vom Harburger Planungsbüro MRO Architekten. Eine eigene Wärmeversorgung, Energiegewinnung aus Abluft, sparsame LED-Beleuchtung und die Möglichkeit, dass eine Photovoltaik-Anlage nachträglich auf dem Dach installiert werden könnte sind weitere Aspekte mit Blick auf eine umweltschonende, nachhaltige Bauweise, die in Buxtehude besonders gefördert werden soll. Allerdings wird der Neubau der Halle auch deutlich teurer, als bisher kalkuliert.

Besserer Schallschutz sorgt für Mehrkosten

Aktuell nennen die Planer einen Preis von 15,75 Millionen Euro und damit 750.000 Euro mehr als bisher berechnet. Die Mehrkosten würden sich vor allem aus dem erhöhten Schallschutz erklären, so Planer Martens.

Hinzu kommen voraussichtliche Kosten für die neuen Außen- und Sportanlagen der Schule von mehr als drei Millionen Euro, so dass das gesamte Projekt für die Stadt bei knapp 20 Millionen landen dürfte. Wie berichtet war der Neubau notwendig geworden, weil die bisherige „Halle Nord“ nach Darstellung der Verwaltung reichlich sanierungsbedürftig ist. „Hölle Nord“ wird sie daher von Handballfans schon einmal genannt.

Einen günstigen 1:1 Ersatzbau hatte der Stadtrat aber verworfen, weil in Zukunft für den Bundesliga-Handball neue Anforderungen gelten und damit auch für die Heimspiele der erfolgreichen BSV-Handball-Frauen, die viele Fans in der Stadt und auch in der gesamten Metropolregion haben.

Die Politik entschied sich daher im November vergangenen Jahres für eine große Lösung einer so genannten 3 plus 2-Halle: Das heißt: Drei Felder können per Trennvorhang für Trainingszwecke getrennt werden. Oder sie werden zu einem Spielfeld zusammengelegt. Am Boden soll es Linien für alle üblichen Ballsportarten geben, zusätzlich kann für spezielle Markierungen für Bundesliga-Spiele ein mobiler Boden zum Einsatz kommen.

Und es wird in dem künftigen Buxtehuder „Sportzentrum Nord“ noch eine kleinere Zweifeld-Halle geben, die ebenfalls trennbar sein wird. Dort sind für den oberen Bereich Umkleideräume sowie eine kleine Empore oberhalb des Spielfelds geplant.

Tribünen sind sogar mit dem Fahrstuhl erreichbar

Gleichwohl dürfte die Halle auch viel Platz für Zuschauer bieten: So gibt es im aktuellen Entwurf zur großen Drei-Feld-Halle ein großzügiges Foyer mit zwei seitlichen Treppenaufgängen plus Fahrstuhl zu den beiden oben liegenden Tribünen. Rund 1500 Zuschauer sollen dort Platz finden. Wobei wohl nicht nur Sport zu sehen sein wird, sondern womöglich auch einige kulturelle oder gesellschaftliche Events.

Um die Anwohner der nahen Wohnhäuser zu schützen legt der neue Bebauungsplan allerdings fest, dass dort im Jahr insgesamt nur 18 „seltene Ereignisse“ wie abendliche Veranstaltungen stattfinden dürfen.

Etwa zehn bis zwölf solcher Ereignisse wären dann voraussichtlich nach allgemeiner Einschätzung der Beteiligten für die Handball-Heimspiele erforderlich, so dass vermutlich nur sechs Abende im Jahr für andere Veranstaltungen wie Konzerte übrig bleiben werden. Die weitere Planung sieht nun einen Baubeginn im Sommer 2021 vor, gerechnet wird mit einer sich daran anschließenden Bauzeit von rund 18 bis 20 Monaten. „Es ist ein tolles Projekt und es geht jetzt voran“, sagt Stadtbaurat Michel Nyveld.

Wie Buxtehude zur großen Halle kam

Am Anfang ging es nur um eine Sanierung der alten „Halle Nord“. Doch dann schob die Buxtehuder Stadtverwaltung eine Kalkulation nach, die aussagte, dass eine Sanierung der alten Halle mindestens so teuer wäre wie ein Neubau: Also etwa 10,5 Millionen Euro. 1300 Zuschauer sollten darin Platz bekommen.

Doch auch das erübrigte sich bald darauf: Für Bundesliga-Spielstätten sollen bald neue Anforderungen gelten, hieß es nun. Unter anderem würden nun Platz für 1500 Zuschauer sowie Tribünen auf den Längsseiten gefordert. Also plante man wieder neu: Eine kleine Variante für etwa 13,2 Millionen Euro und die große Lösung für zunächst 14,9 Millionen Euro kalkulierte Kosten, wofür sich die Stadt letztendlich entschieden hat.


Aktuell liegt die Kalkulation für die zu erwartenden Baukosten allerdings jetzt schon bei 15,75 Millionen Euro.

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