Harburg
Handball

Buxtehude scheitert im Achtelfinale

Da kann sich Mieke Düvel noch so strecken, ins Tor trifft auch sie bei diesem Versuch nicht.

Da kann sich Mieke Düvel noch so strecken, ins Tor trifft auch sie bei diesem Versuch nicht.

Foto: Günther Bröde

Mit 19:26 gegen TuS Metzingen im DHB-Pokal verpassen die BSV-Handballfrauen auch in dieser Saison das Final-Four-Turnier.

Buxtehude.  Nach dem frühen Aus im Europapokal sind die Handballfrauen des Buxtehuder SV auch im Achtelfinale im Wettbewerb um den Deutschen Handballpokal ausgeschieden. „Es lief vieles gegen uns“, sagte Buxtehudes Trainer Dirk Leun nach dem 19:26 (6:14) im Pokalfight gegen TuS Metzingen vor gut 600 Zuschauern in der Halle Nord. Dort kamen angesichts der deutlichen Überlegenheit der Gäste von Beginn an keine Zweifel auf, wer am Ende der Sieger sein würde.

Nach zehn Minuten lagen die BSV-Frauen bereits mit 1:6 zurück. Exemplarisch für das Spiel war, dass Buxtehudes ansonsten beste Werferin, Lone Fischer, erst nach sieben Minuten zum ersten Mal traf. Es sollte der einzige Treffer der Linksaußen bleiben, die am kommenden Sonntag im Bundesligaheimspiel gegen Neckarsulm die 1000-Treffer-Marke knacken will. 996 Bundesligatore stehen gegenwärtig zu Buche.

Ohne Oldenburg und Lott fehlt Wurfqualität aus Rückraum

Doch im Pokal-Achtelfinale gegen Metzingen strahlte sie ebenso wenig Torgefährlichkeit aus wie ihre Mitspielerinnen. Weshalb auch schnell klar wurde, dass es nicht ein drittes Mal ein Pokalkrimi werden würde zwischen diesen beiden Vereinen. Wie 2017, als der BSV gegen Metzingen zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte den DHB-Pokal holte und danach in der nächsten Pokalrunde an Metzingen scheiterte – beide Male gab ein einziger Treffer den Ausschlag über Erfolg und Misserfolg des Buxtehuder SV.

Es waren wohl die vergebenen Torchancen von Paulina Golla und Lisa Prior in der Anfangsphase, die Dirk Leun meinte, als er nach dem Spiel feststellte: „Wir sind nicht ins Spiel gekommen. Ohne Jessica Oldenburg und Annika Lott fehlte uns die Wurfqualität aus dem Rückraum.“ Etliche Bälle verfehlten das Tor, einige Würfe landeten am Tor­pfosten. Doch weil neben der schwangeren Oldenburg und der an der Schulter verletzten Lott auch noch Liv Süchting mit einem Kreuzbandriss verletzt ausfiel, hatte Buxtehudes Trainer kaum Alternativen für den Rückraum.

Kurz vor der Pause gab es eine rote Karte

Dirk Leuns Option hieß Mieke Düvel, die in der elften Minute zum 2:6 traf. Danach bauten die „TuSsies“, wie sich das Metzinger Frauenteam selbst nennt, ihre Führung auf 10:2 aus, weil Metzingen aus dem Rückraum fast nach Belieben traf und die BSV-Frauen ihre eigenen Möglichkeiten weiter nicht in Treffer ummünzen konnten. Und dann kassierte mit Friederike Gubernatis wenige Sekunden vor der Pause eine weitere Rückraumspielerin auch noch die rote Karte.

So blieb es bei acht Toren Rückstand zur Pause. Nach dem Seitenwechsel schien das Spiel in einer kurzen Phase vielleicht doch noch zu kippen. Zwei Faktoren waren dafür ausschlaggebend. Obwohl mit Friederike Gubernatis die Abwehrorganisatorin des Buxtehuder SV nur noch zuschauen durfte, gingen die Buxtehuderinnen in der Defensive jetzt konsequenter zur Sache und verbesserten zugleich ihre Wurfquote. Bei 13:19 hatten sie ihren Rückstand auf sechs Tore verringert.

BSV-Frauen könnten Fehler der Gegner nicht nutzen

Was aber auch dem Umstand geschuldet war, dass Metzingens Trainerin Edina Rott es sich erlauben konnte, nach der Pause häufiger durchzuwechseln und ihr Team dadurch selbst zu schwächen. Große Hoffnungen auf die späte Wende kamen aber nicht mehr auf. Wirklich in Gefahr geriet Metzingens Pokalerfolg in Buxtehuder nämlich nicht mehr. „Wir waren nicht in der Lage, Metzingens Fehler entscheidend zu nutzen“, sagte Dirk Leun später über die zweite Halbzeit, in der Kreisläuferin Lynn Schneider nacheinander vier Treffer für den BSV erzielte, wodurch sich der Rückstand ihrer Mannschaft aber nur von sechs auf fünf Tore verringerte.

Damit war Lynn Schneider zugleich die beste Werferin des Buxtehuder SV an diesem Pokaltag, gefolgt von Mieke Düvel und Isabelle Dölle (je drei). BSV-Trainer Dirk Leun wäre nicht er selbst, wenn er nicht auch dieser Pokalpleite etwas Gutes abgewinnen würde. „Wir brauchen solche Spiele“, sagte er. Nur in solchen Begegnungen gegen stärkere oder auch nur gleichwertige gegnerische Mannschaften ergäben sich Spielsituationen, die man im Training nicht üben könne.

Die erste Halbzeit gegen Metzingen müsse man jetzt abhaken, auf die Leistung im zweiten Durchgang „können wir aufbauen“, sagte Dirk Leun. Am kommenden Sonntag um 15 Uhr trifft der BSV in der 1. Frauen-Bundesliga in der Halle Nord auf die Neckarsulmer Sport-Union. Gegen den Tabellenzwölften dürfen die Buxtehuder Handballfans dann wieder mit dem besseren Ende für die BSV-Frauen rechnen. Letzter BSV-Gegner vor der Handball-WM vom 30. November bis 15. Dezember ist wieder in Buxtehude am 16. November kein Geringerer als der aktuelle Tabellenführer Borussia Dortmund.