Harburg
Sportpolitik

Neue Doppelspitze für den Buxtehuder SV

Das Präsidium des Buxtehuder SV hat in Person von Stefan Hebecker und Stefanie Teske einen neuen Vorstand berufen.

Das Präsidium des Buxtehuder SV hat in Person von Stefan Hebecker und Stefanie Teske einen neuen Vorstand berufen.

Foto: Buxtehuder SV

Mit einem Vorstands-Duo schlägt der Großsportverein den Weg in die Zukunft ein. Zwei Millionenprojekte sind in Planung.

Buxtehude.  Alles neu beim Buxtehuder SV? Zumindest für die Vorstandsebene dürfte dies gelten, seit Anfang August leiten Stefanie Teske und Stefan Hebecker den Vorstand als Doppelspitze. „Wir sind noch ein bisschen in der Findungsphase, was die Arbeit mit den einzelnen Gremien, aber auch zwischen Vorstand und Präsidium angeht“, sagt die Vorstandsvorsitzende Stefanie Teske. Am Anfang des Jahres hatte eine außerordentliche Mitgliederversammlung über Strukturänderungen entschieden. Grundsätzlich harmoniere sie mit ihrem Vorstandskollegen Stefan Hebecker bereits sehr gut.

Wolfgang Watzulik übergibt das operative Geschäft nach 28 Jahren

Nach mehr als 28 Jahren übergab Wolfgang Watzulik – der weiterhin Präsident bleibt – das operative Geschäft an Teske und Hebecker. Dass sowohl Teske als auch Hebecker der Triathlon-Abteilung des BSV entspringen, sei für die Repräsentation des Gesamtvereins kein Hindernis. „Unsere privaten Lieblingssportarten spielen keine Rolle. Wir stehen für alle Sportarten des Vereins“, sagt Teske, die seit 2015 bereits als Geschäftsführerin des Buxtehuder SV wirkte. Vor einigen Wochen stieß nun Stefan Hebecker dazu. Der Diplom-Wirtschaftsmathematiker und ehemalige Personal-Chef der BP-Gruppe in Deutschland kümmert sich in erster Linie um die Finanzen.

Momentan verfolgt der Buxtehuder SV gleich zwei Millionen-Projekte: Neben dem Bau eines fünfteiligen Hallenkomplexes, der unter anderem von den Handball-Bundesligafrauen genutzt werden soll, ist ein neues Vereinssportzentrum geplant. Beide Bauvorhaben sollen auf dem Gelände des Schulzentrums Nord realisiert werden.

Vereinssportzentrum auf dem Gelände des Schulzentrums Nord

„Beim Vereinssportzentrum befinden wir uns aktuell in enger Abstimmung mit den Architekten. Wir hoffen, bald eine fertige Lösung zu präsentieren“, berichtet Teske. Geplant seien bis zu drei multifunktionale Sporträume mit Größen bis 300 Quadratmeter. Insbesondere die Kampfsportabteilungen, aber auch der Kindersport sollen von den neuen Räumlichkeiten profitieren. „Die Kampfsportler haben großen Zuwachs. Aber auch der Kindersport benötigt Platz, den oftmals die Schulen beanspruchen“, weiß Stefanie Teske.

Zudem wolle man im neuen Sportzentrum Fitnesskurse anbieten. Teske sieht ihren Verein allerdings nicht in direkter Konkurrenz zu kommerziellen Fitnessstudios. „Wir stehen viel mehr für die Gemeinschaft. Uns geht es darum, den Mitgliedern einen Mehrwert zu bieten“, sagt Teske. Fitnessstudios sprächen eine individuellere Zielgruppe an, die weniger Wert auf Gemeinschaft lege, so ihre Einschätzung.

Außerordentliche Mitgliederversammlung am 21. November

Für Donnerstag, 21. November, ist die nächste außerordentliche Mitgliederversammlung terminiert. Teske erwartet eine endgültige Entscheidung über das Vereinssportzentrum. Zum Investitionsvolumen wollte sich die Vorstandsvorsitzende nicht äußern. 2017, als erste Planungen bekannt wurden, war von vier Millionen Euro die Rede (das Abendblatt berichtete). Tendenz steigend, nicht zuletzt aufgrund der Kostenentwicklung in der Baubranche.

In unmittelbarer Nähe wird in den kommenden Jahren eine neue Sporthalle entstehen, eine direkte Verbindung zum BSV-Sportzentrum gebe es jedoch nicht. Die alte „Halle Nord“ ist renovierungsbedürftig, das Dach teilweise undicht. Zudem erfüllt die alte Sporthalle nicht die Anforderungen der Handball Bundesliga Frauen (HBF). Voraussichtlich von 2025 an müssen Vereine der 1. Bundesliga Tribünen auf beiden Längsseiten vorweisen, die mindestens 1500 Zuschauern Platz bieten. Zudem fordert der Verband Platz für LED-Werbebanden und einen Boden, der ausschließlich Linien eines Handballfeldes aufweist.

In der neuen Halle Nord wird für jedes Spiel ein Handballboden verlegt

Der Buxtehuder SV hat sich in Abstimmung mit der Stadt Buxtehude für einen mobilen Boden entschieden, der bei jedem Bundesligaspiel neu verlegt wird. Die Kosten in Höhe von 40.000 Euro übernimmt die Handball-Marketing. Insgesamt kostet die neue Halle knapp 15 Millionen Euro, die Finanzmittel werden unter anderem bis 2023 auf die Haushalte verteilt.

„Der Bebauungsplan ist angeschoben. Ich hoffe, dass wir im Zeitplan bleiben“, sagt Stefanie Teske. Der Bebauungsplan soll bis September 2020 aufgestellt sein. Baubeginn wäre demnach im März 2021, die Fertigstellung ist für November 2022 geplant. Zuvor muss der Buxtehuder Stadtrat in seiner Sitzung am 4. November allerdings einen endgültigen Beschluss über das Millionen-Projekt fällen.

„Eigentlich hatten wir gedacht, dass wir schon früher hätten anfangen können. Ich bin allerdings auch keine Bauexpertin“, sagt Teske. Grundsätzlich helfen diese Bauprojekte, den Buxtehuder Großsportverein für die Zukunft zu stärken. „Wir wollen Sport für jeden anbieten“, sagt die Vorsitzende.