Harburg
Fussball

Zwei klare Niederlagen nach starkem Beginn

Marcel Rodrigues (l.), Torschütze des 2:3-Anschlusstreffers für Süderelbe, zieht von der Strafraumgrenze ab. Maximilian Fischer (Teutonia, r.) kann den Schuss abblocken.

Marcel Rodrigues (l.), Torschütze des 2:3-Anschlusstreffers für Süderelbe, zieht von der Strafraumgrenze ab. Maximilian Fischer (Teutonia, r.) kann den Schuss abblocken.

Foto: Volker Koch

Oberliga: FC Süderelbe verliert zu Hause 2:5 gegen Teutonia 05. Buchholz 08 ist stärker als das 0:4 beim SC Victoria vermuten lässt.

Neugraben/Buchholz.  Nach dem 0:4 (0:1) im Duell der Fußballtrainer mit Profivergangenheit muss Marinus Bester vom TSV Buchholz 08 weiter auf den ersten Oberligasieg seiner Mannschaft warten. Sein Kollege Marius Ebbers vom SC Victoria dagegen feierte bereits den zweiten Saison-Dreier. Dabei waren die Nordheider über weite Strecken – vor allem in der ersten Halbzeit – die Mannschaft mit den besseren Torchancen. Besonders zu schaffen machten den Gästen ein früherer Spieler des Südrivalen FC Süderelbe in den Reihen des Hamburger Traditionsvereins.

Süderelbe geht schon in der fünften Minute durch Marius Wilms in Führung

Der aktuelle Süderelbe-Kader indes bekleckerte sich beim 2:5 (1:2) am Kiesbarg gegen Teutonia 05 nicht gerade mit Ruhm. Auch Süderelbe fand zunächst besser ins Spiel als die Gäste aus Ottensen und ging bereits in der fünften Minute durch Marius Wilms in Führung, nachdem sich die Mannschaft mustergültig aus der eigenen Hälfte in den gegnerischen Strafraum kombiniert hatte. Zur Pause allerdings lag das Team von Trainer Timucin Gürsan zurück. Das 1:2 durch Vincent Boock fiel nach einem Ballverlust in der eigenen Hälfte zum psychologisch unglücklichen Zeitpunkt zwei Minuten vor dem Pausenpfiff.

Zum 1:1-Ausgleich hatte der Teutone Kevin Krottke nach 25 Minuten einen Ball abgestaubt, den FCS-Torhüter Yalcin Ceylani bei der Abwehraktion auf der Linie nicht festhalten konnte. Auch beim späteren 1:3 war Krottke Nutznießer einer Abwehr von Ceylani, der zuerst mit einem Reflex ein Gegentor verhinderte, dabei aber keine Chance hatte, den Ball unter Kontrolle zu bringen.

Yalcin Ceylani rettet zweimal stark, der Ball schlägt aber dennoch ein

Wenige Minuten später war die Heimmannschaft wieder an der Reihe; Marcel Rodrigues verwandelte nach Foul an Marius Wilms einen Foulelfmeter souverän zum 2:3. Süderelbe hatte danach Chancen zum Ausgleich und Gästetrainer Sören Titze, der frühere Kapitän des TSV Buchholz 08, wurde zusehends nervöser.

Bis seine Mannschaft eine Viertelstunde vor Schluss nach einem schnell vorgetragenen Gegenangriff durch Nick Gutmann zum 2:4 traf. Vor dem 2:5 wartete die Abwehr Süderelbes in Höhe des Strafraums auf einen Pfiff des Unparteiischen und stellte die Arbeit ein. Der Pfiff blieb aus; die Gäste nutzten die kollektive Passivität eiskalt zum 2:5 – erneut durch Vincent Boock.

Nach dem 2:3-Anschlusstreffer wird Gästetrainer Sören Titze nervöser

Süderelbes Trainer Timucin Gürsan, dessen Mannschaft vorige Saison den Gegner noch mit einem 2:0 aus allen Träumen vom Gewinn der Meisterschaft gerissen hatte, befand nach dem Spiel, dass man zu ängstlich gespielt habe. „Wir haben losgelegt wie die Feuerwehr und uns durch das 1:0 belohnt. Dann haben meine Spieler im Kopf aber offensichtlich umgeschaltet.

Statt daran zu glauben, dass es etwas zu gewinnen gibt, haben sie wohl gedacht, dass sie jetzt etwas zu verlieren hätten.“ Durch Ballverluste habe man den Gegner stark gemacht. Gürsan: „Eine frühe Führung auf eigenem Platz darf man nicht so einfach herschenken.“

Buchholz lässt in der ersten Halbzeit zahlreiche Chancen ungenutzt

Auch Buchholz fand an der Hoheluft richtig gut ins Spiel. Nach sieben Minuten steuerte Dominik Fornfeist allein auf Dennis Lohmann zu, der frühere Keeper des FC Süderelbe konnte per Fußabwehr retten. Zehn Minuten später drangen Milaim Buzhala und Marc Eisenberg im Zusammenspiel in den gegnerischen Strafraum vor; Buzhala schoss vorbei. Danach konnte Marius Landowski eine Flanke von Buzhala nicht verwerten und Jonas Fritz schoss aus der Distanz am Tor vorbei. Die Nordheider hatten die besseren Chancen, das erste Tor aber erzielte der SC Victoria. Timo Stegmann überwand Lennart Brückner nach einer halben Stunde per Heber.

Aber die Buchholzer blieben dran; auch Marc Eisenberg fand mit einem präzisen Schuss aus 16 Metern in Vicky-Schlussmann Dennis Lohmann seinen Meister. Drei Minuten nach der Pause dann ein Blackout von Marius Landowski, der in der Vorwärtsbewegung am eigenen Sechzehner den Ball in die Füße von Dennis Bergmann spielte – auch einer, der einst für Süderelbe die Bolzer schnürte. Bergmann schickte Alexander Borck steil und es hieß 0:2 aus Sicht von Buchholz 08.

Vicky-Keeper Dennis Lohmann ist der beste Mann auf dem Platz

Einen „Katastrophenfehler“ nannte Marinus Bester später diesen Fauxpas. „Ein Mittelstürmer hat in diesem Bereich des Spielfelds nichts zu suchen,“ kritisiert er seine Angriffsspitze. Insgesamt zählte der Buchholzer Trainer im gesamten Spiel „sieben, acht, neun Chancen über Außen, aber wir haben den Mann in der Mitte nicht gefunden.“ Auch nach dem 0:2 spielten die Buchholzer weiter nach vorn, aber Niklas Jonas brachte den Ball nicht an Lohmann vorbei.

Der Vicky-Keeper ist der beste Mann auf dem Platz. Seine Mannschaft verdiente sich die Führung nachträglich. Am Ende stellte ein Doppelschlag des gerade eingewechselten ehemaligen Torjägers des FC Süderelbe, Ian-Prescott Claus, den Endstand her. Binnen einer Minute wurde er zweimal von Tom Wohlers in Szene gesetzt und traf zum 0:3 und 0:4 aus Buchholzer Sicht. „Zur Halbzeit hätte ich ein solches Ergebnis nicht für möglich gehalten“, sagte Marinus Bester nach der „verdienten Niederlage“.