Harburg
Handball

Handball-Luchse wollen jetzt in die 1. Liga

Trainer Dubravko Prelcec (links) und Geschäftsführer Sven Dubau (rechts) mit den Neuzugängen (weiter von links) Kim Berndt, Johanna Heldmann, Cassandra Nanfack, Svea Geist und Sophie Löbig. Es fehlt Zoe Ludwig.

Trainer Dubravko Prelcec (links) und Geschäftsführer Sven Dubau (rechts) mit den Neuzugängen (weiter von links) Kim Berndt, Johanna Heldmann, Cassandra Nanfack, Svea Geist und Sophie Löbig. Es fehlt Zoe Ludwig.

Foto: Günther Bröde

Sollten die Zweitligafrauen am Saisonende auf einem Aufstiegsplatz stehen, werden sie die Lizenz für die Elite-Klasse beantragen.

Buchholz..  Viel Neues gäbe es nicht zu berichten von den Handball-Luchsen, sagte Geschäftsführer Sven Dubau gleich zu Beginn eines Pressegesprächs in der Nordheidehalle. Und hatte dann doch so einiges zu erzählen über die personellen Veränderungen, die noch professionelleren Strukturen im Umfeld und die neuen Rahmenbedingungen für die Handballsaison 2019/2020 in der 2. Frauen-Bundesliga. Trainer Dubravko Prelcec machte deutlich, in welchen Bereichen er und Co-Trainer Matthias Steinkamp in Sachen Taktik und Technik noch Verbesserungsbedarf sehen.

Personell, soviel vorweg, scheinen die Luchse bestens gerüstet und in der Breite noch besser aufgestellt zu sein als vorige Saison, als die Meisterschaft in der 2. Bundesliga heraussprang. Sechs Neuverpflichtungen stehen nur vier Abgänge gegenüber. Den Verein verlassen haben Torhüterin Katharina Filter, Natalie Axmann und Lynn Schneider, die allesamt zum Partnerverein Buxtehuder SV zurückgekehrt sind – Filter und Schneider ins Erstliga-Damenteam. Darüber hinaus hat sich Laura Schultze dem Drittligisten HSG Jörl-Doppeleiche Viöl in Schleswig-Holstein angeschlossen.

Auf die Gesundheit und Fitness wird noch mehr Wert gelegt

Vom Kooperationspartner Buxtehude zu den Luchsen gekommen sind Kreisläuferin Svea Geist und Rückraumspielerin Cassandra Nanfack, die auch in der in die Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein aufgestiegenen zweiten Frauenmannschaft der Luchse zum Einsatz kommen soll. Aus Wuppertal-Beyeröhde ist Rückraumspielerin Johanna Heldmann zurückgekehrt; aus Leverkusen mit Kim Berndt ebenfalls eine gestandene Rückraumspielerin, sogar mit Erstligaerfahrung, gekommen.

Zoe Ludwig aus Freiburg und Sophie Löbig aus Obereschbach in Hessen sind zwei junge Torhüterinnen aus der Dritten Liga, die sich hinter Stammtorhüterin Mareike Vogel einreihen müssen,, sich über kurz oder lang aber an die Anforderungen der 2. Liga herankämpfen sollen. Ludwig ist derzeit mit Zweitspielrecht an Buxtehude „ausgeliehen“.

Co-Trainer Matthias Steinkamp und Torwarttrainerin Christine Lindemann

Neben der technischen und taktischen Schulung, für die weiterhin Prelcec, Co-Trainer Matthias Steinkamp und Torwarttrainerin Christine Lindemann verantwortlich zeichnen, wird bei den Handball-Luchsen zukünftig noch größerer Wert auf die Gesundheit und Fitness der Spielerinnen gelegt. Darum kümmern sich neben der ärztlichen Betreuung durch Dr. Armin Pauck gemeinsam das Ambulante Reha-Zentrum (ARZ) Buchholz, Physiotherapeut Marcel Jonas und Crossfit-Trainer Valentin Horstmann.

Die Zusammenarbeit mit Mentaltrainerin Maike Koberg setzen die Handball-Luchse nach zehn erfolgreichen Jahren fort. Sven Dubau: „Körperlich und geistig fit waren wir ja schon immer, aber die individuelle Betreuung unserer Spielerinnen kann immer noch besser werden; vor allem auch die Kommunikation zwischen den Verantwortlichen für die Gesundheit und denen für die sportliche Entwicklung der Spielerinnen.“

Heimspiele können im Livestream bei sportdeutschland.tv verfolgt werden

Ihre Heimspiele werden die Zweitligafrauen künftig in einem Livestream im Internet auf sportdeutschland.tv übertragen, wo schon seit Langem die Spiele der 1. Frauen-Bundesliga zu sehen sind. Neue Ergebnis-Plattform des Handballs auf Bundesebene ist sportradar.com.

Neues gibt es auch zum leidigen Thema Aufstieg. „Verzichten dürfen wir nicht mehr; sonst kriegen wir acht Punkte abgezogen und eine Geldstrafe aufgebrummt“, sagte Sven Dubau. Deshalb werde der Verein, wenn die sportlichen Voraussetzungen vorliegen, im nächsten Jahr auf jeden Fall die Lizenz für die 1. Bundesliga beantragen, auch wenn die finanziellen Rahmenbedingungen nicht ausreichen sollten. Dubau: „Dann muss der zuständige Ausschuss prüfen und der Ligaverband gegebenenfalls unseren Antrag ablehnen.“

Im Tor ist Mareike Vogel die klare Nummer eins

Die Meinung der Spielerinnen zum möglichen Aufstieg in die 1. Liga fasste Julia Herbst so zusammen: „Die Jüngeren finden das wohl sehr reizvoll. Aber die älteren Spielerinnen, die das Desaster nach unserem letzten Erstligaaufstieg miterlebt haben, wollen das nicht nochmal erleben. Stundenlange An- und Abreisen zu den Auswärtsspielen und immer ohne Punkte nach Hause fahren, das nervt ganz schön.“ Apropos Spielerinnen: Schon jetzt ist der Konkurrenzkampf um Einsatzzeiten im 16 Spielerinnen großen Kader sehr hoch. „Ich muss sie schon bremsen“, sagte Dubravko Prelcec.

Eine klare Hierarchie gäbe es nur auf der Position der Torhüterin. „Mareike Vogel ist die Nummer eins, Sophie Löbig und Zoe Ludwig können viel von ihre lernen.“ Dass sich die Konkurrenz im zentralen Rückraum zwischen der Spielerin der Zweitligasaison 2018/19, Kim Land, und Neuzugang Kim Berndt negativ auswirken könnte, glaube Prelcec nicht. „Beide sind variabel einsetzbar. Überhaupt habe ich als Trainer in der kommenden Saison für mögliche Probleme viel mehr Lösungsmöglichkeiten.“

Konkurrenzkampf unter 16 Spielerinnen ist schon jetzt groß

Sein Ziel im taktisch-technischen Bereich formuliert er so: „Wir sind in der Breite besser aufgestellt, wollen über 60 Minuten hohes Tempo gehen und ich hoffe, dass wir bei den im Handball immer nötigen Wechseln nicht mehr an Qualität verlieren.“ Seinen Spielerinnen will er mehr Freiheiten einräumen. „Damit wir noch variabler werden und noch mehr improvisieren“, so der Trainer.

Mit einer Platzierung unter den ersten Fünf wäre Sven Dubau am Ende der Saison zufrieden. „Die Liga ist viel stärker geworden, manche Vereine haben gleich mehrere ausländische Spielerinnen geholt,“ begründet er seine Zurückhaltung nach zwei Meisterschaften in Folge. Waiblingen und Halle zählt Dubau zu den Titelfavoriten. Einen bestimmten Tabellenplatz hat auch Trainer Prelcec nicht im Auge: „Wir wollen immer besser werden – individuell und als Mannschaft – und einen höheren Fitnessgrad erreichen. Es gibt noch einige Schwächen, die wir ausmerzen müssen.“

Erstes Punktspiel am 8. September in Buchholz gegen HC Rödertal

In der ersten Runde des deutschen Handball-Pokals treffen die Handball-Luchse am Sonntag, 1. September, auswärts auf den Drittligisten Grün-Weiss Schwerin. In die 2. Bundesliga geht es eine Woche später am Sonntag, 8. September, um 15 Uhr mit einem Heimspiel in der Nordheidehalle gegen den HC Rödertal los.