Harburg
Handball

Drei Nationalspielerinnen für den Buxtehuder SV

Lisa Antl (18) kommt vom HCD Gröbenzell nach Buxtehude.

Lisa Antl (18) kommt vom HCD Gröbenzell nach Buxtehude.

Foto: HCD Gröbenzell / HA

Das Team von der Este setzt auf seine bewährte Politik und verstärkt sich vor allem mit jungen Talenten.

Buxtehude.  In wenigen Tagen, konkret am 8. April, jährt sich der Aufstieg des Buxtehuder SV in die Handball-Bundesliga der Frauen zum 30. Mal. Ein solches Jubiläum ist immer eine gute Gelegenheit, zurückzuschauen auf erfolgreiche Jahre; andererseits aber auch einen Blick in die Zukunft zu wagen. Manager Peter Prior formulierte jüngst seinen Wunschzettel: darauf standen mehr Trainingszeiten im allgemeinen, mehr Trainingszeiten am Vormittag im besonderen und eine moderne, zeitgemäße Spielstätte.

Ein Wunsch, der dem Manager angesichts der nicht allzu üppigen finanziellen Ausstattung seines Vereins besonders am Herzen liegt, ist die Unterbringung junger Spielerinnen . Die Wohnsituation solle noch mehr als bisher leistungssportlichen Anforderungen genügen, so der Wunsch. Derzeit hat der Buxtehuder SV sechs Wohngemeinschaften angemietet, verteilt über das Stadtgebiet. Von einem Sportinternat wagt Prior nicht zu träumen. Ihm schwebt ein Wohnheim mit Appartements vor, wie es für Studenten in Universitätsstädten bekannt ist.

Es zieht Talente aus ganz Deutschland nach Buxtehude

Dass der Buxtehuder SV auch mit dem aktuellen Status Quo nicht schlecht aufgestellt zu sein scheint, zeigt der kaum versiegenden Wechsel von Talenten in die Hansestadt an der Este. Ein gutes Auge beim Scouting und beste Erfahrungen mit der Entwicklung hat Trainer Dirk Leun in dieser Saison zum Beispiel bei Annika Lott und Isabelle Dölle bewiesen. Junge Handballerinnen, die nicht auf Anhieb den Sprung in den Erstligakader schaffen, haben die Möglichkeit, in der zweiten BSV-Mannschaft in der 3. Liga zu spielen oder als Zwischenstufe beim Kooperationspartner, den Handball-Luchsen Buchholz 08-Rosengarten, auf hohem Zweitliganiveau zu agieren. „Ich kenne keine andere Stelle in Deutschland, an der eine Kooperation so gut funktioniert“, sagt Peter Prior.

Ein Modell, das dieser Tage drei weitere junge Damen aus der Republik derart überzeugt hat, dass sie zur kommenden Saison zum Buxtehuder SV wechseln werden. Mit der Verpflichtung der Junioren-Nationalspielerinnen Paulina Golla (18), Luisa Scherer (17) und Lisa Antl (18) schließt der Bundesligist seine Personalplanung für 2019/2020 ab.

Personalplanung für die neue Saison ist abgeschlossen

Vom ambitionierten Zweitligisten 1. FSV Mainz 05 kommt Paulina Golla nach Buxtehude. Die Rückraumspielerin ist die jüngere Schwester des Nationalspielers Johannes Golla von der SG Flensburg-Handewitt. In dieser Saison hat die 18-Jährige bereits 65 Tore für Mainz in der 2. Bundesliga geworfen. „Ich freue mich auf viele neue Herausforderungen mit einer Mannschaft, die aus vielen jungen, aber auch erfahrenen Spielerinnen besteht. Zudem bin ich froh, dass ich das Vertrauen bekomme, mich in der Bundesliga auch persönlich weiterentwickeln zu können“, sagte Paulina Golla zu ihrem Wechsel.

Auch ihr künftiger Trainer Dirk Leun freut sich auf die Zusammenarbeit. „Paulina hat im Probetraining einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Sie ist eine lernfähige Spielerin, die defensiv und offensiv stark ist. Ich bin überzeugt, dass sie es in der Bundesliga schaffen wird.“

Aus der Jugend des Bundesliga-Konkurrenten TV Nellingen kommt Luisa Scherer zum BSV. Bei den „Schwaben Hornets“ trainiert die 17-Jährige regelmäßig mit der Bundesliga-Mannschaft, in ihren drei Erstligaspielen warf sie ein Tor. Mit der Landesauswahl Württembergs gewann die Rechtsaußen den Länderpokal 2018. Aktuell gibt sie beim Vier-Länder-Turnier in Ungarn ihr Debüt in der Juniorinnen-Nationalmannschaft.

Spielchancen in der ersten, zweiten und dritten Liga

In Buxtehude wird Luisa Scherer zusammen mit Maike Schirmer ein Duo auf Rechtsaußen bilden. „Ich freue mich auf die Herausforderung, beim BSV in der Bundesliga anzugreifen und über die Chance, mich in einem renommierten Verein mit toller Jugendarbeit weiterentwickeln zu können“, sagte Luisa Scherer. „Mit Luisa können wir die Lücke auf Rechtsaußen, mit der wir in dieser Saison spielen, mit einer zukunftsfähigen Spielerin besetzen. Sie ist sehr schnell und hat große Entwicklungsmöglichkeiten“, sagt Dirk Leun.

Vom Drittligisten HCD Gröbenzell wechselt schließlich Lisa Antl zum Buxtehuder SV. Die 18-Jährige soll abwechselnd mit Christina Haurum und Lynn Schneider, die von den Handball-Luchsen zurückkehrt, am Kreis spielen. Mit der A-Jugend von Gröbenzell steht Antl im Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft. In der Frauenmannschaft hat sie in der laufenden Drittligasaison bereits 73 Treffer erzielt. „Ich war sehr überrascht, dass einer der erfolgreichsten Vereine der letzten Jahre bei mir anruft“, sagt Lisa Antl. „In Buxtehude finde ich die Voraussetzungen, um mich sportlich und persönlich weiterzuentwickeln und mich vollkommen auf den Sport zu fokussieren.“ Trainer Dirk Leun: „Lisa Antl ist eine talentierte Kreisläuferin mit guten Perspektiven. Bei ihr ist noch einige Entwicklung notwendig, aber ich sehe großes Potenzial in ihr.“

Alle drei Neuzugänge weilen mit der deutschen Juniorinnen-Nationalmannschaft derzeit bei einem Vier-Länder-Turnier in Ungarn. Dort spielen sie von diesem Freitag bis Sonntag gegen Ungarn, Frankreich und Dänemark.