Harburg
Kampfsport

Hamburger Fight Night mit vielen Weltmeistern

Boxer und Kickboxer bestreiten einen gemeinsamen Kampfabend in der CU-Arena in Neugraben. Mehr als 2000 Besucher werden zum „Kickmas“ am Abend vor dem vierten Advent erwartet.

Neugraben. „Hamburger Fight Night – 20. Dezember in der CU-Arena in Neugraben“, wird auf einem Plakat angekündigt, auf dem der Hamburger Profiboxer Ismail Özen der Blickfang ist. „Kickmas – 20. Dezember 2014, CU-Arena Neugraben“, wirbt ein anderer Aushang, auf dem fast zwei Dutzend halbnackte Männer in Kampfpose für den Abend werben. Zwei unterschiedliche Plakate für zwei verschiedene Kampfarten – und doch ist es eine Veranstaltung. Erstmals haben Kickboxer und Profiboxer zu einem gemeinsamen Kampfabend zusammengefunden. Er beginnt an diesem Sonnabend um 18Uhr in der CU-Arena in Neugraben und es wird gegen Mitternacht sein, wenn das letzte Mal zwei schwitzende Muskelpakete aufeinander einschlagen und sich mit Füßen traktieren.

Die spektakuläre Sportshow wird von den Kickboxern eingeleitet und auch beendet. Für mehr Glamour und vielleicht auch mehr Glanz aber könnte der Hauptkampf der Boxer sorgen. In dem trifft der Hamburger Supermittelgewichtler Ismail Özen auf den Serben Slubudan Kulum. Der Kampf ist auf acht Runden angesetzt. Man darf aber vermuten, dass es schneller geht. Von seinen zwölf Kämpfen hat Ismail Özen schließlich zehn gewonnen und neun davon im Schnellverfahren durch K.o.. Aber so ein Kampfabend bekommt ja seinen Glamour nicht nur von den Muskelmännern. Ismail Özen ist ein viel beschriebenes Blatt in der Hamburger Szene. Und er hat Kontakte zu vielen Prominenten. So soll Fernsehmoderator Jörg Pilawa den Hauptkampf anmoderieren. Udo Lindenberg wird als spektakulärster Ehrengast angekündigt und auch Thomas Doll, als Fußballer und Trainer einst dem Hamburger SV verbunden, soll nach Neugraben kommen.

Insgesamt stehen sechs Boxkämpfe auf dem Programm. Zuerst bringen die Kickboxer ihre Anhänger in Stimmung. Und davon werden viele erwartet. Der Vorverkauf in den 25 Hamburger Karate- und Kickboxgyms lief sehr gut. Insgesamt werden mehr als 2000 Besucher in der CU-Arena erwartet. „Wir beginnen mit einem Vierer-Turnier im K1 um die Weltmeisterschaft des Verbandes IPTA“, kündigt Wolfgang Gier an, der als graue Eminenz der Hamburger Kickbox-Szene gilt, „mit dem Finalkampf um den WM-Titel in der 72,6 Kilo-Klasse wird der Abend ausklingen.“

Für alle, die mit dem rasanten Kampfsport mit Fäusten und Füßen nicht so vertraut sind, noch eine Erklärung: In der Disziplin K1 wird im Vollkontakt gekämpft, wobei auch die Knie gegen den Gegner eingesetzt werden dürfen. In dem Vierer-Turnier werden Stars der Szene um den WM-Gürtel und die Siegprämie von 4000 Euro kämpfen. Weltmeister gibt es im Kickboxen durch die Aufsplitterung in zahlreiche Verbände wohl noch mehr als im Profiboxen.

Dimitrij Weimer, der seinen Kampfnahmen auf Dima verkürzt hat, wird ebenfalls als mehrfacher Weltmeister angekündigt, wenn er am Sonnabend ins Scheinwerferlicht springt. „Aber es ist das allererste Mal“, sagt der 29 Jahre alte Sportler aus Neuwiedental, „dass ich sozusagen zu Hause kämpfe.“ Dima Weimer, Kickboxer im Nebenberuf, ist in Wilhelmsburg seit dem Frühjahr als Polizeibeamter bekannt. „Es werden sicher viele Kollegen kommen“, kündigt er an, „und Freunde und Verwandte. Meine Eltern allerdings wollen mich nicht kämpfen sehen.“

Neben Dima Weimer wird noch ein zweiter Kickbox-Weltmeister aus Harburg von seinen Freunden und Verwandten angefeuert. Auch Sascha Alexander, Weltmeister bei den Amateuren, wird seinen besonderen Auftritt bei dieser Doppelveranstaltung in der CU-Arena hoffentlich feiern können.