Harburg
Triathlon

WM-Start in London ist Ehre und Herausforderung

Sechs Buxtehuder Triathleten und ein Stader Ausdauersportler kämpfen mit den deutschen Nationalteams im englischen Hyde-Park um die Titel bei den Weltmeisterschaften auf der Olympischen Distanz.

Buxtehude. So langsam beginnt das Kribbeln, der Termin für die Triathlon-Weltmeisterschaften in London rückt unaufhaltsam näher. Vom 11. bis 15. September findet im Hyde Park der englischen Hauptstadt das World Triathlon Grand Final statt. 5000 Athleten aus der ganzen Welt kämpfen um die WM-Krone – auf identischer Strecke der Olympischen Spiele von 2012 in London. Erstmals bei dieser WM gehen Elitesportler und Athleten der Altersklassen gemeinsam an den Start.

Wenn am Mittwoch das Flugzeug in Hamburg-Fuhlsbüttel startet, ist auch die Buxtehuder Delegation mit an Bord. Sechs Ausdauersportler vom Triathlon-Team des Buxtehuder SV haben sich für die WM qualifiziert und starten im Trikot der deutschen Nationalmannschaft auf der Olympischen Distanz über 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer Laufen. Außerdem ist Karl Rösler vom Stader Schwimmverein dabei. An Bord des Fliegers sind aber auch einige Familienangehörige, „Unsere Gruppe wird etwa 15 Personen groß sein“, sagt Marion Felgentreu, „meine Schwester kommt sogar aus Norwegen.“ Uta Zielke, Christa Sienknecht, Tanja Hahn und Ingrid Plöger haben ebenfalls Kinder, Ehemänner und enge Angehörige als treue Fans dabei.

„Für einen Triathleten ist es immer wichtig, sauber zu finishen“, sagt Erk Heinßen, der erst am Freitag hinterher fliegen kann, weil er beruflich noch eingespannt ist. Der Teamsprecher der Buxtehuder Triathleten ist der einzige männliche Starter seines Clubs. Die Frauen beim BSV haben sich gleich mit fünf Teilnehmerinnen die Fahrkarte nach London erkämpft. Für alle fünf Sportlerinnen ist es eine Premiere, der sie im wahrsten Sinne des Wortes entgegenfiebern. „Die beste Leistung herausholen und mit einem Lächeln über die Ziellinie laufen“, definiert Ingrid Plöger ihr Ziel und spricht dabei auch im Namen ihrer Teammitglieder. Mediallenträume hegen die Buxtehuder Triathleten nicht, dazu sei die Konkurrenz viel zu groß. Allerdings fühlen sich alle Age Group-Athleten fit für die Strecke im Hyde Park. „Das ist eine Herausforderung und Höhepunkt dieser Saison“, sagen Tanja Hahn und Uta Zielke unisono.

Die beiden Ausdauersportlerinnen haben erst vor wenigen Wochen den Triathlon-Klassiker in Roth auf der Langdistanz erfolgreich absolviert. Die Challenge Roth ist auf der Ironmandistanz ist eine der größten Triathlonveranstaltungen der Welt. Fast ein Jahr haben die beiden Frauen sich mit intensivem Training und vielen Schwimm-, Lauf- und Radkilometern vorberietet. Tanja Hahn kam bei ihrem ersten Ironman auf eine Gesamtzeit von 11:17,02 Stunden und Platz vier bei der DM-Wertung ihrer Altersklasse, Uta Zielke beendete ihre Premiere nach 11:55,42 Stunden und erreichte den 18. Platz bei den deutschen Meisterschaften.

London soll für Christa Sienknecht und Ingrid Plöger in der Altersklasse 55, Erk Heinßen in der Altersklasse 50, Marion Felgentreu und Tanja Hahn in der Altersklasse 45 sowie Uta Zielke in der Altersklasse 40 Höhepunkt des Jahres werden. Insgesamt starten 147 Athletinnen und Athleten für Deutschland über die Olympische Distanz und kämpfen gemeinsam mit 40 Nationen um die ersten Plätze. Der Stader Karl Rösler, der mit den Buxtehudern häufig trainiert, gehört zur Altersklasse 60.

Dass die Triathleten aus Buxtehude reine Amateure sind, zeigt die Tatsache, dass jeder Teilnehmer die Reise aus eigener Tasche finanzieren muss. Sogar die einteiligen Trikots mit der Namensbeflockung musste bezahlt werden. „Das Trikot kostet 180 Euro“, sagt Uta Zielke. Dazu kommen Unterkunft, Flug, Verpflegung und Startgebühr. Diese Opfer werden aber von allen gerne erbracht, denn für Deutschland zu starten, ist eine besondere Ehre.