Gastronomie

Bruzzelhütte: Harburgs Kult-Currywurstbude eröffnet wieder

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André Lenthe
Stefan Labann überrascht die Currywurst-Fans erneut: Erst mit der überraschenden Schließung – jetzt mit der Wiedereröffnung.

Stefan Labann überrascht die Currywurst-Fans erneut: Erst mit der überraschenden Schließung – jetzt mit der Wiedereröffnung.

Foto: Andre Lenthe Fotografie

Nach der überraschenden Schließung die ebenso spontane Wiedereröffnung: mit neuer Karte und neuen Öffnungszeiten "back to the roots".

Hamburg.  Jetzt ging plötzlich alles ganz schnell – wieder einmal! Bruzzelhütte-Chef Stefan Labann kündigte am Montagvormittag die überraschende Wiedereröffnung des Kultimbisses an der Bremer Straße für den nächsten Tag an. Es wird wieder gebrutzelt in der Currywurst-Holzbude direkt an der Bundesstraße 75.

Gastronomie Hamburg: Bruzzelhütte stellt auf Fünf-Tage-Woche um

Nachdem Stefan Labann am Abend des 4. September, ausgerechnet am „Tag der Currywurst“, die vorläufige Schließung des Kultimbisses bekannt gab, wird er schon am Dienste (27. September) wieder eröffnen. Um 11 Uhr sind die Fritteusen heiß und die Tür öffnet sich – zur ersten Fünf-Tage-Woche. „Wir werden ab jetzt Sonntag und Montag zwei Ruhetage einlegen“, gibt Labann die ersten Änderungen bekannt.

Außerdem wird künftig das Fenster der Holzhütte als Ausgabeklappe dienen. „Dadurch haben wir weniger Kunden in der Bude und konnten den Platz hinter dem Tresen vergrößern“, so Labann, „es war viel zu eng für meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und daher haben wir den Tresen einfach einen halben Meter nach vorne geschoben.“

Back to the roots in der Bruzzelhütte: Neue Karte, neue Öffnungszeiten

„Back to the roots“, kündigt Labann an, „wir sind und bleiben eine Currywurstbude!“ Daher habe er einige stressige Gerichte, von der Karte genommen. Künftig wird es kein Schaschlik mehr geben, die Süßkartoffel-Pommes wurden gestrichen. Und auch den Big-Bruzzelburger wird man künftig auf der Speisekarte nicht mehr finden. „Die Zubereitung auf engem Raum war einfach zu aufwendig. Kleinere Burger wird es aber weiterhin geben“, sagt der Bruzzelhütten-Chef.

Dabei war der große Burger sehr beliebt, allein in diesem Jahr habe er rund 1400 Stück davon verkauft. „Wir mussten einfach schauen, was hier besonders störend war und was gut umzusetzen ist. Wir haben nur wenig Platz an den Arbeitsflächen, um die sich die Mitarbeiter bewegen und dann haben wir nur vier Fritteusen. Zuletzt war es für alle nur noch nervenaufreibend und wir hatten einen hohen Krankenstand“, berichtet Labann. Deshalb habe man die Auszeit genutzt, um die Abläufe zu optimieren und umzubauen.

Nicht nur die auf den zusätzlichen Ruhetag müssen sich Currywurst-Fans jetzt einstellen, auch die Öffnungszeiten wurden reduziert. Von Dienstag bis Donnerstag ist zunächst täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet, Freitag von 11 bis 21 Uhr und Sonnabends von 12 bis 21 Uhr. „Wir freuen uns schon darauf, ab morgen wieder für unsere Stammgäste da zu sein“, so der Vollblut-Gastronom.

Gastronomie Hamburg: "Wir waren alle völlig durch"

Dennoch tat die Auszeit ihm und seinem Team offenbar gut. „Es war schön nach so vielen Jahren mal wieder etwas Zeit für sich und die Familie zu haben“, so Labann. Im Sommer habe sein Team an einigen Tagen bei mehr als 70 Grad in der Bruzzelhütte hinter den Fritteusen gestanden. „Wir waren alle völlig durch, aber jetzt sind wir wieder hochmotiviert“, so der Imbisswirt, selbst das Mitarbeitenden-Problem habe sich inzwischen gelöst. Nach der Berichterstattung haben sich einige Bewerber gemeldet.

Am Montag wurde noch bis in den Abend gewerkelt, geputzt und Regale aufgefüllt. „Wir haben während unserer Schließung so viel Zuspruch erhalten“, sagt Labann, „auf Facebook, per Mail und sogar einige Briefe aus ganz Deutschland haben uns erreicht. Alle haben uns zum Durchhalten und Weitermachen aufgefordert.“ Das wollte man unbedingt zurückgeben und so war die dauerhafte Schließung der Bruzzelhütte schnell wieder vom Tisch.

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