Verkehr Hamburg

Harburger Bezirkspolitiker fordern Tempo 30 für Heimfeld

| Lesedauer: 3 Minuten
Lars Hansen
Der Radweg an der Heimfelder Straße soll mittelfristig verschwinden, die Radler auf die Fahrbahn. Fahrradaktivisten fordern hier deshalb Tempo 30

Der Radweg an der Heimfelder Straße soll mittelfristig verschwinden, die Radler auf die Fahrbahn. Fahrradaktivisten fordern hier deshalb Tempo 30

Foto: xl

Bisherige Versuche, eine Geschwindigkeitsbegrenzung einzuführen, scheiterten an der Polizei. Wie die Politik jetzt argumentiert.

Hamburg.  Harburgs Bezirkspolitiker wollen Heimfeld großflächig verkehrsberuhigen. Dafür sollen die beiden wichtigsten Ost-West-Durchgangsstraßen des Stadtteils, die Haakestraße und die Heimfelder Straße, durchgängig mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h versehen werden.

Auch der Alte Postweg soll zwischen S-Bahn und Technischer Universität 30er-Schilder erhalten. Einen entsprechenden Antrag von SPD und Grünen beschloss der Hauptausschuss der Bezirksversammlung bereits am vergangenen Dienstag. Damit muss das Anliegen nicht mehr auf die Tagesordnung der Bezirksversammlung am Monatsende.

Verkehr in Hamburg: Tempo 30 scheiterte bisher an der Polizei

Für die Haakestraße war die Geschwindigkeitsbegrenzung bereits vor Jahren einmal von der Bezirksversammlung beschlossen worden, wurde bislang allerdings nur teilweise umgesetzt. Bestrebungen, Tempo 30 auf der Heimfelder Straße einzuführen, scheiterten bislang am Veto der Polizei. Sie ist in Hamburg die entscheidende Behörde, was Anordnungen für den Straßenverkehr betrifft.

Die Polizei begründet ihre Ablehnung damit, dass die Heimfelder Straße als Hauptverkehrsstraße eingeordnet ist, weshalb man Tempo 30 dort gar nicht einführen dürfe. Ausnahmen gebe es nur vor Schulen, Kitas und Altenheimen. Solche befinden sich zwar in der Nähe, aber eben nicht unmittelbar an der Heimfelder Straße. Auch die Hamburger Hochbahn AG hatte Bedenken angemeldet, dass sie die hohe Taktfrequenz der Buslinie 142 bei 30 km/h auf der Heimfelder Straße nicht halten könne.

An der Haakestraße gibt es solche Bedenken nicht. Um hier die Geschwindigkeitsbegrenzung wirksam durchsetzen zu können, sollte die schnurgerade verlaufende Straße allerdings etwas umgebaut werden, mit Hindernissen, die das schnellere Fahren verhindern. Die Baumaßnahme wurde seinerzeit zurückgestellt, damit man ähnliche Einbauten auf der Jägerstraße in Wilstorf zeitlich vorziehen konnte. Bis heute gilt Tempo 30 an der Haakestraße nur auf dem – dünner besiedelten – Abschnitt westlich des Lohmannswegs, während vor den Mietshäusern im östlichen Abschnitt immer noch Gas gegeben werden darf.

Schule als Argument für Tempo-Reduzierung

Am Alten Postweg argumentieren SPD und Grüne mit den 860 Schülern und Lehrern des Friedrich-Ebert-Gymnasiums, das seinen Haupteingang direkt an der Straße hat. Außerdem befänden sich an der Schule Sportanlagen, die ganztägig von Aktiven aus dem Stadtteil genutzt würden. Die Heimfelder Straße als Teil des Schulwegs sollte, so die weitere Argumentation der Bezirkspolitiker, deshalb auch unbedingt verkehrsberuhigt werden.

Faktisch könne man in Heimfeld ohnehin kaum irgendwo 50 km/h fahren schreiben die Rot-Grünen Abgeordneten in der Begründung zu ihrem Antrag: „Im Bereich der Heimfelder Straße und auch Alter Postweg kommt es gehäuft zu Verkehrsbehinderungen durch parkende Fahrzeuge in zweiter Reihe. Und im Verlauf der Heimfelder Straße befinden sich vier, im Verlauf Alter Postweg, Am Schwarzenberg-Campus und Schwarzenbergstraße weitere drei Ampelanlagen.“

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Harburg