Corona-Ausgangssperre

HVV will Nachtfahrverbot für Frühpendler flexibel handhaben

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Morgens halb fünf am Harburger Bahnhof: Der Bus nach Finkenwerder hat schon eine gute Handvoll Fahrgäste.

Morgens halb fünf am Harburger Bahnhof: Der Bus nach Finkenwerder hat schon eine gute Handvoll Fahrgäste.

Foto: Lars Hansen / xl

Umsteigen um 4.40 Uhr am Knotenpunkt Harburger Bahnhof soll möglich werden. Linke fordern mehr Moia-Fahrzeuge im Süden.

Hamburg.  Die Linksfraktion in der Harburger Bezirksversammlung kritisiert die Einstellung des Nachtverkehrs auf den Linien des Hamburger Verkehrs Verbunds (HVV) und fordert seine Wiedereinführung. Gleichzeitig stellt der HVV klar, dass der Betrieb morgens flexibler beginnt und abends flexibler endet, als ursprünglich kommuniziert. Ziel sei es, an diesen Randzeiten noch die ersten und letzten Verbindungen zu ermöglichen.

Die Einstellung des Nachtbetriebs folgt der nächtlichen Ausgangssperre, die der Senat aufgrund der hohen Corona-Inzidenz verhängt hatte. Die Ausgangssperre ist bislang bis zum 18. April befristet. Dann soll auch der Nachtbetrieb des HVV wieder aufgenommen werden. Bleibt der Inzidenzwert über 100 (Wert gestern: 140) wird die Ausgangssperre allerdings verlängert.

Ioki fährt nur nördlich der Elbe, Moia erstmals in Harburg

Schon vor der Ausgangssperre war die Nachtnutzung des HVV-Angebotes zu Privatzwecken Lockdown-bedingt deutlich gesunken. Mit der Ausgangssperre fallen Privatfahrten ganz weg. „Fahrgäste, die aus beruflichen Gründen in dieser Zeit unterwegs sein müssen, werden an die Sammeltaxi-Unternehmen Moia und Ioki verwiesen", sagt der Linken-Fraktionsvorsitzende Jörn Lohmann, „doch ist dies wirklich ausreichend?

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Gerade für den Bezirk Harburg bezweifle ich das. Ioki Hamburg fährt nur nördlich der Elbe. Moia wird zwar erstmals auch in Harburg eingesetzt, doch hat der Senat für den Nachtverkehr nur 120 Fahrzeuge geordert – für ganz Hamburg. Es müssen aber sehr viele Menschen zur fraglichen Zeit unterwegs sein, besonders Beschäftigte im Reinigungs- oder Dienstleistungsgewerbe mit Einsätzen rund um die Uhr.“ In einem Antrag fordern die Linken die Wiederaufahme des Nachtverkehrs oder zumindest eine Aufstockung der eingesetzten Moia-Fahrzeuge.

HVV ermöglicht Umstieg am Harburger Bahnhof

HVV-Sprecher Rainer Vohl stellt unterdessen klar, dass der zu Anfang kommunizierte Betriebsschluss um 1 Uhr und die Betriebswiederaufnahme um 4.30 Uhr flexibel gehandhabt werden, um die ersten und letzten wichtigen Umsteigeverbindungen zu gewährleisten. So setzt die Harburger Buslinie 14 bereits um 4.26 Uhr am Sinstorfer Kirchweg ein, damit Fahrgäste das erste Umsteigezeitfenster am Harburger Bahnhof um 4.40 Uhr erreichen können.

( xl )

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