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Harburg saniert die Spielplätze und trotzdem gibt's Kritik

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Lars Hansen
Der "Drachenthal"-Spielplatz am Stubbenhof wird für rund 1.4 Millionen Euro grundsaniert.

Der "Drachenthal"-Spielplatz am Stubbenhof wird für rund 1.4 Millionen Euro grundsaniert.

Foto: Lars Hansen / xl

CDU wirft Senat vor, nicht genug Geld in Hamburgs Spielplätze zu investieren. Im Bezirk Harburg werden nun sechs Plätze erneuert.

Hamburg.  Der Bezirk Harburg investiert in seine Spielplätze. 4,35 Millionen Euro sind für das laufende und das kommende Jahr für die Sanierung eingeplant. Sechs Plätze werden davon erneuert. Vier sind noch in diesem Jahr dran, zwei weitere im Jahr 2022. Trotzdem gibt's Kritik.

Denn dass der „Kuhspielplatz“ am Hainholzweg mal wieder nicht darunter ist, ärgert den Bürgerschaftsabgeordneten André Trepoll (CDU).Er wirft dem Hamburger Senat vor, nicht genügend Geld für die Spielplätze auszugeben.

Drachenthal-Spielplatz erhält Bereich für Erwachsene

Der Kinder speiende Drache hinter den Hochhäusern am Stubbenhof in Neuwiedenthal hat auch schon bessere Zeiten gesehen, und das liegt nicht nur daran, dass wegen Kälte und Corona derzeit ohnehin wenig los ist auf den Spielplätzen in Norddeutschland. Der Sand um die Drachenskulptur ist durchgespielt, der Betonkörper des bespielbaren Lindwurms setzt Moos an, die Baumstämme, die als Eltern-Sitzmöbel dienen sollen, sind rissig und verlieren große Splitter. Nicht alle Spielgeräte sind noch komplett. Fast 20 Jahre intensiven Bespielens haben dem Fabelwesen zugesetzt.

Aber noch in diesem Jahr wird der „Drachenthal-Spielplatz“ komplett auf Vordermann gebracht und dann werden auch wieder mehr Kinder oben auf seinem Kopf die Rutschpartie durchs Drachenmaul starten. 1,35 Millionen Euro wird die Sanierung kosten, der Drachenthal-Spielplatz ist groß.

Außer dem Drachenthal werden in diesem und im kommenden Jahr noch fünf weitere Spielplätze von Grund auf instand gesetzt. Der Spielplatz Dritte Meile in Fischbek, sowie die Spielplätze Kapellenweg und Reeseberg in Wilstorf noch bis Jahresende, die Spielplätze am Zündschnurweg in Wilstorf sowie am Kiefernberg in Heimfeld im Jahr 2022.

Beteiligung: Harburger gestalteten zuvor mit

Die Erneuerungen gehen über den Austausch von Sand und Spielgeräten hinaus: Zuvor gab es Bürgerbeteiligungen in denen das neue Aussehen der Spielplätze erörtert wurde. Für dem Kiefernberg ist das Beteiligungsverfahren gerade angestoßen worden, dort kann man noch mitdiskutieren – online. Einige Plätze werden ihr Aussehen grundlegend ändern, denn sie sollen dann nicht mehr nur Kindern vorbehalten sein, sondern auch Jugendlichen und Erwachsenen die Möglichkeit geben, sich an der frischen Luft zu betätigen.

Bei diesen Plätzen ist zwischen dem Kinderspiel- und dem Breitensport-Bereich jeweils eine Pufferzone eingeplant, die intensiv begrünt und mit Bänken wie ein Mini-Park wirkt. Am Kapellenweg hat sich dieses Konzept mit einem kleinen Spielplatz und einem Ballsportfeld sowie einer Skateranlage, getrennt durch einen Grünzug, bereits bewährt.

Bezirk hat nur wenig eigene Finanzmittel für Spielplätze

Allein die Sanierungen im Jahr 2021 schlagen mit 2,9 Millionen Euro zu Buche. Sie werden zum allergrößten Teilen aus dem Rahmenprogramm integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) finanziert. Eigene Mittel, die explizit für Spielplätze gedacht sind, hat der Bezirk kaum. Es gibt für jeden Bezirk eine jährliche Zuweisung von 100.000 Euro für Spielplatz-Erhaltungsmaßnahmen. Was darüber hinaus geht, muss aus dem Etat für Grünanlagen finanziert und größere Sanierungen müssen gesondert beantragt werden.

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Stadtteilerneuerungsprojekte wie RISE sind deshalb ein willkommener Weg, um Spielplatzerneuerungen zu finanzieren. Spielplätze, die nicht in einem RISE-Gebiet liegen, werden deshalb nicht so bereitwillig saniert. Dennoch hat der Bezirk sie im Auge, betont Dennis Imhäuser, Pressesprecher des Bezirksamts: „So wurde noch unter Bezirksamtsleiter Thomas Völsch eine Stelle bei Stadtgrün geschaffen, die sich ausschließlich um Spielplätze kümmert“, sagt er. „Darüber hinaus hat das Bezirksamt eine Matrix erstellt, die eine differenzierte Bewertung des Zustands von Spielplätzen ermöglicht.“

Kritik vom CDU-Abgeordneten André Trepoll

Dass der „Kuhspielplatz“ am Hainholzweg keine Sanierungspriorität haben soll, will der Bürgerschaftsabgeordnete André Trepoll (CDU) nicht hinnehmen. Der Platz ist in einem schlechten Zustand: Kaum Sitzmöbel, matschige Flächen, wackelige Stufen. Weil aber die Spielgeräte selbst noch gefahrlos zu benutzen sind, erteilt der Bezirk dem Platz in seiner Matrix die Note drei – befriedigend.

Trepoll ärgert das: „Der Zustand vieler Spielgeräte und auch das Erscheinungsbild der Anlage selbst lassen zu wünschen übrig. Eine Einladung zum Toben und Spielen bietet dieser Spielplatz zumindest nicht. Gerade zu Corona-Zeiten ist dies ein Armutszeugnis für Rot-Grün“, wettert er.

Sein SPD-Gegenpart im selben Wahlkreis, Mathias Czech, sieht das gelassener. „Herr Trepoll muss sich da etwas gedulden“, sagt er. „Auch der Spielplatz am Hainholzweg wird in den nächsten Jahren erneuert. Nur nicht in den nächsten zwei.“

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