HVV-Winterfahrplan

Das ändert sich bei Bus und Bahn in Harburg

Der Busbahnhof am Harburger Bahnhof bleibt zentrales Drehkreuz für die Buslinien der Region.

Der Busbahnhof am Harburger Bahnhof bleibt zentrales Drehkreuz für die Buslinien der Region.

Foto: Hansen / xl

Der neue Winterfahrplan bringt für die Region zahlreiche Verbesserungen bei Takt und Streckenführung. Die Übersicht.

Harburg.  Das Jahr 2021 beginnt für den Hamburger Verkehrsverbund bereits am 13. Dezember 2020. Dann tritt der neue Fahrplan in Kraft . Er bringt auch für den Hamburger Süden eine Reihe an Neuerungen. Dennoch bleiben einige Wünsche von Harburger Verkehrspolitikern weiterhin offen und es kommen neue Wünsche hinzu, die der HVV noch gar nicht berücksichtigen konnte. Die wichtigsten Neuerungen: Die S-Bahnlinie 31 soll künftig auch außerhalb der Berufsverkehrszeiten bis Neugraben durchfahren sowie auch spätabends und an Wochenenden den Hamburger Süden bedienen. Die Buslinie 345 wird von Sinstorf nach Hittfeld verlängert und zwischen Neuenfelde und Finkenwerder wird eine ganz neue Buslinie eingerichtet (Das Abendblatt berichtete).

S-Bahn

Die S 31 soll künftig wochentags auch tagsüber bis Neugraben verlängert werden. Damit ergibt sich auch auf der Strecke Harburg-Rathaus – Neugraben ein Fünfminutentakt. Erst mit Ende des abendlichen Berufsverkehrs endet die S 31 dann wieder in Harburg Rathaus. Die Fahrten bis Harburg Rathaus sollen bis etwa 22 Uhr ausgedehnt werden. Das ist eine Stunde mehr, als bisher. Außerdem soll die S 31 auch sonntags bis Harburg Rathaus verkehren, statt am Berliner Tor zu wenden.

Politik in Harburg begrüßt die Veränderungen

„Das ist schon mal sehr zu begrüßen“, sagt Michael Sander (Grüne), Vorsitzender des Mobilitätsausschusses der Harburger Bezirksversammlung, „aber wir wollen noch mehr!“ SPD und Grüne fordern beispielsweise, dass auch auf der S 31 zu Berufsverkehrszeiten Langzüge mit 9 Waggons eingesetzt werden. Dafür müssten allerdings noch technische Voraussetzungen geschaffen werden. Das ist nicht unmöglich, aber auch nicht sofort umsetzbar. Außerdem soll zumindest die Machbarkeit einer westlichen S-Bahn-Elbquerung geprüft werden, bevor auf Jahrzehnte alle Gelder für das S-Bahn-Netz verplant werden.

Michael Weinreich, der Wilhelmsburger SPD-Bürgerschaftsabgeordnete, wäre schon froh, wenn der jetzige Fahrplan der S-Bahn eingehalten würde. Der südliche Teil der S 3 und 31 ist der unpünktlichste und zugleich meist genutzte S-Bahn-Abschnitt in Hamburg, ging aus der Antwort der Verkehrsbehörde auf eine Anfrage Weinreichs hervor. Von Jahresbeginn bis Anfang November seien von etwa 140.000 Fahrten 4337 ausgefallen. Die Pünktlichkeitsquote der anderen liege mit etwa 90 Prozent unter dem Schnitt aller Linien, der 92,4 Prozent beträgt. „Hier muss die S-Bahn schnell investieren“, fordert Weinreich.

Buslinie 345

Die Kapazitäten der Linie werden verdoppelt, der Bus soll zwischen Bahnhof Harburg und Sinstorfer Kirchweg alle 30 statt 60 Minuten fahren. Für einige Fahrten wird die Linie über Beckedorf und Emmelndorf bis zum Bahnhof Hittfeld verlängert und sichert hier den Anschluss zur KVG-Linie 348 sowie zur Regionalbahn. Auf der Strecke werden vier neue Haltestellen eingerichtet. Durch die zusätzlichen Fahrten wird die Marmstorfer Achse engmaschiger: Die Linien 145, 245 und 345 verkehren dann bis zur Marmstorfer Kirche im Fünfminutentakt. „Das ist eine tolle Nachricht für alle Marmstorfer und alle Pendler aus Hittfeld“, sagt Rainer Bliefernicht, Verkehrsexperte der Harburger CDU.

543 nach Groß Moor

Die Linie 543 erschließt künftig den Abschnitt zwischen Bahnhof Harburg und Groß Moor. Die Fahrten der 543 in Richtung Langenbek werden von den Linien 143 und 443 mit übernommen, deren Takt verdichtet wird, so dass die Zahl der Fahrten auf dieser Strecke gleich bleibt. Emmelndorf wird dann über die Linie 345 angebunden sein. Der SPD-Verkehrsexperte Frank Wiesner: „Ich sehe hier den Vorteil, dass Fahrgäste aus Groß Moor auf der 543 ohne Umstieg an TUHH und Krankenhaus angebunden sind.“

157 fährt häufiger

Der Takt auf der Buslinie 157 wird auf 60 Minuten verdichtet. Dabei haben in Hohenwisch (Kehre) in Zukunft alle Fahrten Anschluss an die Linie 257 in Richtung Seehof bzw. S Neugraben. Der Schülerverkehr wird mit einer Verknüpfung der 157 mit der Schulbuslinie 752 zum Schulzentrum Finkenwerder verbessert.

Expressbus X 40

Zwischen Neugraben und Airbus gibt es zu Schichtwechselzeiten künftig 12 statt bisher acht Fahrten. Dafür entfällt der Abschnitt zwischen Sandbek und Neugraben, der von Pendlern nun mit der S-Bahn oder der Linie 240 gefahren werden muss.

Die Nachtfahrten der Linie 250 in Neugraben werden künftig nicht mehr mit einem Kleinbus, sondern einem normalen Fahrzeug absolviert.

Finkenwerder

Die neue Quartierbus-Linie 450 übernimmt die Innerortsbedienung zwischen dem Norderkirchweg und der Finkenwerder Fähre von der Linie 251. Für das Frühjahr 2021 ist die Verlängerung der Linie 450 auf die Rüschhalbinsel geplant. Die Linie 146 von Finkenwerder nach Harburg fährt künftig zum Freizeitbad MidSommerland statt zum Rüstweg. Zudem wird der 15-Minuten-Takt zwischen AIRBUS und Bf. Harburg in den Hauptverkehrszeiten ausgeweitet. Die Bedienung der Neuen Bullerinne übernimmt die Linie 251. Die Linie 146 erhält neue Haltestellen am Neßpriel, am Zentrum für angewandte Luftfahrtforschung (ZAL) sowie dem Jeverländer Weg. Auch die Linien 150, 251 sowie 611 halten künftig am Jeverländer Weg.

Mindestens einen weiteren Wunsch haben Harburgs Verkehrspolitiker noch: Die TUHH, der Binnenhafen und der hit-Technopark sollen über eine direkte Buslinie vernetzt werden. Frank Wiesner denkt dabei an eine Verschwenkung und Verlängerung der Linie 154, die Wilhelmsburg und Binnenhafen verbindet.