Fischbek

Umbau der Röttiger-Kaserne ist schwieriger als gedacht

Am Bauzaun zeigt ein Plakat, wie es hier einmal aussehen soll.

Am Bauzaun zeigt ein Plakat, wie es hier einmal aussehen soll.

Foto: Axel Tiedemann / AT

Fertigstellung der Senioren-Apartments in den „Fischbeker Höfen“ verschiebt sich erneut. Dennoch sind 30 Prozent schon vermietet.

Fischbek.  Neulich war da wieder so ein Fall, der offensichtlich so typisch für diese Baustelle ist: Im Keller der ehemaligen Röttiger Kaserne in Fischbek entdeckten Bauarbeiter noch einen Keller. Darunter und nirgends in den alten Plänen eingezeichnet. „Da musste dann die gesamte Statik dort noch einmal neu gerechnet werden“, sagt Matthias Korff, Geschäftsführer von DeepGreen Development. Der Projektentwickler mit Firmensitz in Wilhelmsburg ist auf innovative Holzbauten und eben auch auf den Umbau von denkmalgeschützten Gebäuden spezialisiert.

Gebäude der ehemaligen Kaserne stecken voller Überraschungen

Die beiden in den 1940er Jahren gebauten Bestandsgebäude der früheren Kaserne erweisen sich derzeit als besonders große Herausforderung mit vielen Überraschungen: mal ist es ein solcher zusätzlicher Keller, dann versteckte Stahlträger oder auch äußerst massive Mauern, die Probleme machen. „Die Sanierung ist schwieriger geworden, als wir dachten“, sagt Korff. Die Folge: Ursprünglich sollten die „seniorengerechten Service-Apartments“ im Bauabschnitt A der künftigen „Fischbeker Höfe“ bereits im Jahr 2019 bezugsfertig sein. Im Februar hoffte man bei DeepGreen Development dann noch auf einen Fertigstellungstermin im Oktober dieses Jahres. Nun muss dieser Termin auf das Frühjahr verschoben werden, wie Korff sagt.

Kita wird im Januar eröffnet

Die dort ebenfalls geplante Kita könne allerdings im Januar eröffnet werden, so der Projektentwickler, der zusätzlich in diesem Jahr auch noch die Corona-Bedingungen am Bau berücksichtigen musste. „Wir können dort nur mit weniger Leuten arbeiten, als wir eigentlich brauchen“, so Korff. Doch es gibt auch einen Lichtblick für das Projekt: „Das Konzept funktioniert.“ Trotz Verschiebungen und einigen Unwägbarkeiten seien rund 30 Prozent der Wohnungen bereits vermietet worden. Trotz der Corona-Einschränkungen, die es auch bei Besichtigungsterminen zu beachten gilt. Offensichtlich trifft dieses Konzept auf große Nachfrage bei Senioren, die sich aus dem Berufsleben verabschiedet haben und weiter eigenständig mit einigen Annehmlichkeiten wohnen möchten.

Zum einen wird dort ein ökologisch anspruchsvolles Wohnhaus entstehen mit 50 Zentimeter dicken Ziegelwänden und über drei Meter hohen Decken. Das Dachgeschoß wird neu aus massiven Holzwänden gebaut. Es gibt Sauna- und Fitness-Möglichkeiten für die Bewohner der geplanten 116 Apartments, zusätzlich eine hotelähnliche Lobby mit Concierge, wo es Beratungen zu Freizeit- und Service geben soll. Ein Clubraum, ein großer Innenhof für gemeinsame Aktionen und eine Küche für Koch-Treffs sind ebenfalls geplant.

Noch keine Baugenehmigung für Abschnitt B

Teil des Gesamtkomplexes ist auch der Abschnitt B an der früheren Torwache der Kaserne. Hier ist noch einmal eine weitere Seniorenanlage geplant, allerdings für Bewohner mit unterschiedlichem Pflegebedarf, der von externen Anbietern individuell hinzugebucht werden kann. Dieser frühere Kasernenkomplex wird aber auch viele öffentliche Bereiche als eine Art Stadtteil-Treffpunkt enthalten. So zum Beispiel einen Stadtteil-Saal und ein kleines Museum, das in Zusammenarbeit mit dem Harburger Helms-Museum an die Geschichte der Röttiger-Kaserne erinnern soll, die es dort von 1938 bis 2004 gegeben hat.

Die eigentliche Baugenehmigung für diesen Abschnitt sei zwar bereits im Dezember 2019 beim Bezirksamt eingereicht worden, liege aber immer noch nicht vor, so Korff: „Das dauert schon ungewöhnlich lange.“ Auch dieser Teil sollte laut früheren Planungen bereits 2019 fertig sein.

1200 Wohneinheiten im „Fischbeker Heidbrook“

Die Umnutzung der alten Kasernen-Gebäude ist Teil des IBA-Projekts „Fischbeker Heidbrook“. Die städtische Immobiliengesellschaft hat dort mittlerweile ein Neubaugebiet mit Einzel-, Reihen- und Mehrfamilienhäusern und insgesamt rund 1200 Wohneinheiten weitgehend realisiert. Doch für eine Neunutzung der beiden alten Ziegelbauten fand sich lange kein Investor. 2014 stieg dann DeepGreen Development ein und die IBA zeigte sich erfreut, dass das Quartier nun an der Vorderfront ein „charakteristisches Erscheinungsbild“ bekomme. Korff: „Wir hatten uns das allerdings etwas einfacher vorgestellt.“