Harburg

Radweg-Posse am Fischbeker Heidbrook – Wirbel um Laterne

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Axel Tiedemann
So sehen Radwege in der Fahrradstadt Hamburg aus: Hier vor dem Neubaugebiet Fischbeker Heidbrook steht mitten drin eine Straßenlaterne.

So sehen Radwege in der Fahrradstadt Hamburg aus: Hier vor dem Neubaugebiet Fischbeker Heidbrook steht mitten drin eine Straßenlaterne.

Foto: Axel Tiedemann / AT

Nach einer Radwegverlegung steht nun eine Straßenlaterne mitten auf der Fahrbahn – offenbar ein Planungsfehler.

Hamburg.  Der Ausbau einer sicheren Radweg-Infrastruktur ist erklärtes Ziel des rotgrünen Senats in Hamburg. Doch der Weg zur „Fahrradstadt“ ist nicht nur mit guten Vorsätzen gepflastert, sondern gelegentlich offenbar auch mit einigen Fehlplanungen. Zumindest im Süderelberaum.

Nachdem kürzlich wegen des Autobahnbaus im Moor dort eine wichtige Nord-Süd-Verbindung für Radfahrer einfach gekappt wurde, gibt es jetzt neuen Ärger an der B 73 vor dem Neubaugebiet Fischbeker Heidbrook auf dem Gelände der früheren Röttiger-Kaserne: Dort steht nun plötzlich nach einem Umbau des neuen Radweges an der Bundesstraße eine alte Straßenlaterne mitten auf der rot gepflasterten Fahrbahn für Radfahrer. „Das ist doch gefährlich und hat nichts mehr mit sicheren Radwegen zu tun“, sagt Elisabeth Steinfeld vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) im angrenzenden Neu Wulmstorf.

Zuständig für die Erschließung des Heidbrooks an der Bundesstraße ist die städtische Immobiliengesellschaft IBA. Gerade im Zusammenhang mit dem dortigen Radweg hatte es in der Vergangenheit schon mehrfache, teils scharf formulierte Schriftwechsel zwischen IBA und ADFC gegeben. So hatte der Radfahrer-Verband sich über schlechte Siel-Abflüsse und damit verbundene Wasserpfützen beschwert oder aber auch über einen Radwegeverlauf, der an der Bushaltestelle dort nahezu im rechten Winkel geführt worden sei. Nach Verlegung der Haltstelle sei der Schwenk jetzt zwar weniger zackig, dafür stehe nun aber die Laterne im Weg. „So etwas muss doch auffallen beim Bauen“, kritisiert ADFC-Mitglied Steinfeld.

Laterne auf Radweg: Verkehrsanlagen GmbH war Fall nicht bekannt

Auf Abendblatt-Nachfrage verweist die IBA jedoch auf díe Hamburger Verkehrsanlagen GmbH, die für alle „Beleuchtungsanlagen“ in Hamburg zuständig sei und in diesem Fall die Laterne „zeitnah“ versetzen werde. Doch dort sei der Fall „bis dato“ gar nicht bekannt, wie es auf weitere Abendblatt-Nachfrage bei der Verkehrsanlagen GmbH hieß. „Offensichtlich handelt es sich um einen wie auch immer entstandenen Planungsfehler, der möglichst bald bereinigt wird“, so ein Sprecher des städtischen Unternehmens. Der Mast habe aber auf jeden Fall schon vor dem Radwegebau dort gestanden.

Kritik kommt unterdessen auch von Frank Wiesner, Verkehrsexperte der SPD im Bezirk Harburg. Die Straßenlaterne hätte man für Radfahrer gleich absichern müssen, sagt er. Wiesner: „Eine solche Vorgehensweise auf einer Autostraße wäre doch auch undenkbar.“ Wie wenig Straßenplaner aber offensichtlich an die speziellen Belange von Radfahrern denken, hatten Wiesner und der ADFC erst kürzlich schon einmal kritisiert.

Für den Bau der A26 zwischen Rübke und Moorburg hatten die Planer den Radweg zwischen Neu Wulmstorf und Neuenfelde schlicht gesperrt, um Platz für die Baufahrzeuge zu haben. Bis 2024 sollten Radfahrer kilometerlange Umleitungen auf engen und teils dicht befahrenen Straßen nutzen. Nach einer Fahrrad-Demonstration soll es nun doch wieder einen Ersatzweg geben. Allerdings erst zum Sommer 2021.

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