Verzögerung

Abrigado-Umzug wird noch länger dauern

Die Drogenambulanz Abrigado ist auf dem Harburger Schwarzenberg zu finden.

Die Drogenambulanz Abrigado ist auf dem Harburger Schwarzenberg zu finden.

Foto: Lars Hansen / xl

Drogenambulanz auf dem Schwarzenberg ist längst zu klein für die Nachfrage. Standortsuche dauert an.

Harburg.  Die Drogenhilfeeinrichtung „Abrigado“ auf dem Schwarzenberg ist seit Jahren zu klein für die Nachfrage nach ihrem Angebot. Das führt dazu, dass regelmäßig Drogensüchtige in großer Zahl außerhalb der Einrichtung auf Einlass warten müssen – auch schon lange, bevor die Corona-Pandemie das Raumproblem noch einmal verschärfte. Seit einiger Zeit ist deshalb geplant, die Drogenambulanz vom jetzigen Standort, wo sie nicht wachsen kann, an einen anderen zu verlagern.

Nach Informationen der Harburger CDU ist dieser Prozess jetzt ins Stocken gekommen. In einer Anfrage an die Bezirksverwaltung will die CDU-Fraktion wissen, wie es mit dem Abrigado weitergehen soll. „Der geplante neue Standort an der Buxtehuder Straße scheint vom Tisch zu sein“, sagt Ralf-Dieter Fischer, Fraktionsvorsitzender der CDU. „Das ist bedauerlich, denn wir brauchen diese Einrichtung, wir brauchen sie in einer angemessenen Größe und wir brauchen sie an einem Standort, an dem es möglichst wenig Umgebungskonflikte gibt.“

Dass ein Standort vom Tisch sei, will Peter Bartels (SPD), Vorsitzender des Ausschusses für Soziales, Integration, Gesundheit und Inklusion der Bezirksversammlung, nicht bestätigen. Schon gar nicht, dass damit der Umzug in Frage stünde. „Es sind immer mehrere Standorte in der Sondierung gewesen und sind es auch weiterhin“, sagt er.

Obdachlosigkeit wird zum immer größeren Problem

Im Abrigado haben Drogensüchtige aus dem Hamburger Süden die Möglichkeit, ihre Suchtmittel oder Ersatzstoffe in hygienisch einwandfreier Umgebung zu konsumieren und so Infektionsrisiken zu vermeiden. Gleichzeitig steht ihnen hier auch eine Sozialberatung zur Verfügung. Ein immer größer werdendes Problem der Süchtigen ist Obdachlosigkeit, die mit der Sucht einhergeht. Das betrifft nicht alle, aber immer mehr Drogenkonsumenten, vor allem unter denen, die auf das Abrigado als sauberen Konsumraum angewiesen sind. Deshalb ist es Wunsch der Bezirkspolitik und des Abrigado, auch eine Notunterkunft zu errichten.

„Es ist ohnehin sinnvoller, diese Angebote auf verschiedene Standorte zu verteilen“, sagt Urs Köthner, Geschäftsführer des Abrigado-Trägervereins „Freiraum“, „sonst würde eine Rieseneinrichtung entstehen, die auf wenig Akzeptanz stößt. Noch wird an dem Konzept gearbeitet. Und wenn wir Standorte haben, dauert der Umzug auch noch Jahre.“