Hamburg

Drogen und Rechtsextreme: Jüdischer Friedhof erhält Zaun

Der jüdische Friedhof in Harburg soll mit einem Zaun geschützt werden.

Der jüdische Friedhof in Harburg soll mit einem Zaun geschützt werden.

Foto: Archäologisches Museum Hamburg

Gedenkstätte in Harburg soll eingezäunt werden, um Schmierereien und Schändungen zu verhindern und Drogensüchtige fernzuhalten.

Hamburg.  Um Schmierereien und Schändungen an der Gedenkstätte des jüdischen Friedhofes in Hamburg-Harburg zu verhindern, soll das 1900 Quadratmeter Gelände eingezäunt werden. Die Senatskanzlei als zuständige Stelle habe entschieden, dass das Gelände aus Sicherheitsgründen besser geschützt werden müsse, sagte eine Sprecherin des Bezirks Harburg der Deutschen Presse-Agentur dpa.

„Neben der Sorge, dass die Gedenkstätte von Rechtsextremen geschändet werden könnte, gab es mehrfach Beschwerden hinsichtlich Verunreinigungen von Nutzerinnen und Nutzern des benachbarten Abrigados.“ Das Abrigado ist eine Drogenhilfe-Einrichtung direkt neben dem Friedhof, die unter der Woche nachmittags für Suchtkranke geöffnet ist.

Jüdischer Friedhof bleibt trotz Zaun zugänglich

Derzeit sei ein Architekt mit der Erstellung von Entwürfen beauftragt. Der Zaun soll dabei nicht nur schützen, sondern von der Gestaltung her auch mit der historischen Parkanlage auf dem Schwarzenberg harmonieren. Der Friedhof ist Teil dieser Parkanlage. „Die ersten Ergebnisse zur Umsetzung werden Mitte September erwartet.“ Wenn nichts Unvorhergesehenes dazwischen kommt, soll die Umsetzung bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Die Höhe der Kosten stand noch nicht fest.

Das Bezirksamt will zudem eine Lösung erarbeiten, damit die Gedenkstätte trotz des Zauns zugänglich bleibt. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet.