Baubeginn nachgefeiert

Der Vogelkamp bekommt ein Gesicht

Bezirksamtsleiterin Sophie Fredenhagen (l.) Staatsrat Martin Bill und IBA-Chefin Karen Pein feierten den Baubeginn für die Torbauten zum Vogelkamp.

Bezirksamtsleiterin Sophie Fredenhagen (l.) Staatsrat Martin Bill und IBA-Chefin Karen Pein feierten den Baubeginn für die Torbauten zum Vogelkamp.

Foto: Lars Hansen / xl

Zwei Hochhäuser – die einzigen im Quartier – sollen den Zugang von der S-Bahn wirken lassen wie ein Stadttor.

Neugraben. Mit dem Quartierseingang am Bahnhof Neugraben steuert das Neubaugebiet Vogelkamp auf seine Fertigstellung zu. Nach Vorstellungen der IBA Hamburg soll sich sich rund um das neue Gebäudeensemble ein attraktiver Treffpunkt für die Nachbarschaft bilden. Zwei hohe Wohnhäuser links und rechts des Hauptweges sollen den optischen Effekt eines Torweges kreieren. Dazwischen wird ein neuer, barrierefreier Zugang zum Bahnhof entstehen und nördlich dieses Eingangs ein „Quartiersplatz“ mit hoher Aufenthaltsqualität. Baubeginn war bereits im April, konnte zu dem Zeitpunkt aber nicht gefeiert werden. Das wurde nun nachgeholt.

„Mit dem neuen Entree bekommt das Quartier jetzt ein ganz neues freundliches Gesicht, zusätzlichen Wohnraum und einen attraktiven Treffpunkt für alle Bewohnerinnen und Bewohner“, freut sich Karen Pein, Geschäftsführerin der IBA Hamburg GmbH, die das gesamte Gebiet entwickelt und vermarktet hat, „wir sind froh, dass die Bauarbeiten trotz Corona im Zeitplan liegen.“

Der barrierefreie Zugang zum Brückenbauwerk der S-Bahn-Station erfolgt in Zukunft über einen gedrungenen Turm mit sehr großen Licht- und Sichtöffnungen. Dieser ist bereits im Bau und soll 2021 fertig sein. „Das ist eigentlich nicht mehr als ein Treppenhaus, aber es werden darin auch zwei gläserne Aufzüge für einen verlässlichen Zugang für alle sorgen, die keine Treppen bewältigen können“, sagt Prien, „im Eingangsbereich des Treppenturms wird es einen Kiosk geben, und das Gebäude bekommt ein bienenfreundlich bepflanztes Gründach.

84 Wohnungen sollen in einem der Häuser Platz finden

Wenn der neue Bahnhofszugang fertig ist, kann die alte Serpentinen-Rampe abgerissen werden. Gleichzeitig wird auch ein Teil des P+R-Hauses abgebrochen, das seit Jahren unausgelastet ist. An Stelle von Rampe und Stellplätzen entsteht dann das eine der beiden Wohnhäuser. 84 Wohnungen sollen darin Platz finden, zum Teil als Sozialwohnungen, zum Teil frei finanziert. Mit acht Stockwerken sind die Eingangstürme die höchsten Gebäude im ganzen Quartier. Im Erdgeschoss und direkt darüber sollen sie Einzelhandel und Arztpraxen Platz bieten. Die ursprüngliche Idee, einen Discounter unterzubringen, hat Steffen Pekrul, der den Bauherren P3-Projektpartner vertritt, verworfen: „Das würde hier zuviel Autoverkehr anziehen“, sagt er.

Viel Autoverkehr wäre nicht im Sinne der Quartiersplaner, die darauf setzen, dass die Anwohner im steigenden Maße den öffentlichen Nahverkehr, das Quartiers-Carsharing und das Fahrrad nutzen werden, ihre Autos aber weniger.

1000 Abstellmöglichkeiten für Fahrräder

„In nicht einmal einer halben Stunde ist man von hier aus am Hamburger Hauptbahnhof und Auto oder Fahrrad können im direkt angrenzenden Parkhaus abgestellt werden“, sagte Martin Bill (Grüne), Staatsrat in der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende. „Das Angebot für Radfahrerinnen und Radfahrer wird mit 1000 Abstellmöglichkeiten verdoppelt und damit deutlich verbessert. Außerdem startet die Veloroute 10 vor der Tür. Das spornt zum Umstieg an.“ Der grüne Verkehrswendestaatsrat war im schwarzen Dienstwagen von der Stadthausbrücke zum Bahnhof Neugraben gekommen.

Harburgs Bezirksamtsleiterin Sophie Fredenhagen betonte, dass Teile des Quartiersplatzes schon lange im Betrieb seien. „Wir feiern das 10-jährige Bestehen des Bürger- und Gemeinschaftszentrums, das übrigens ein guter Erfolg ist, wie auch das gesamte Baugebiet“, sagte sie. „Die hervorragende Anbindung, zur Stadt und zum Naturschutzgebiet Moorgürtel machen das Gebiet zu einem attraktiven Wohnstandort.

Die Kommunalpolitik vor Ort teilt diese Meinung grundsätzlich. In die Freude mischt sich aber Ungeduld und Ärger: „Ich bin heilfroh, wenn der neue Eingang fertig ist“, sagt die SPD-Bezirksabgeordnete Beate Pohlmann, „der jetzige Zustand ist unhaltbar!“