Harburg
Stadtentwicklung

Buxtehude: Nachhaltigkeit statt Klimanotstand

Klimamanagerin Ann-Kathrin Bopp (l.), Stadtbaurat Michael Nyveld und Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt mit den erhaltenen Nachhaltigkeitspreisen.

Klimamanagerin Ann-Kathrin Bopp (l.), Stadtbaurat Michael Nyveld und Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt mit den erhaltenen Nachhaltigkeitspreisen.

Foto: Axel Tiedemann

Die Verwaltung plant Strategie für 17 „Nachhaltigkeitsziele“, zu der sich Kommunen weltweit verpflichtet haben.

Buxtehude.  In der Buxtehude Kommunalpolitik ist ein Streit darüber entbrannt, ob die Stadt einen „Klimanotstand“ ausrufen soll: „Klimaschutz“ müsste dann bei allen Planungen und Maßnahmen stärker als bisher und zuvorderst berücksichtigt werden. Während sich zuletzt im Stadtrat in der Debatte eine knappe Mehrheit dafür abzeichnete, hat die parteilose Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt nun einen Kompromissvorschlag auf den Tisch gelegt. Statt einen Klimanotstand auszurufen, sollte sich Buxtehude in den nächsten Jahren auf mehr „Nachhaltigkeit“ konzentrieren und konkrete Projekt dazu angehen „Klimaschutz ist dann ein Teil davon“, sagt die Verwaltungschefin, die sich 2021 zur Wiederwahl stellen will.

Konkret soll es in Buxtehude in den nächsten Jahren um die 17 „Nachhaltigkeitsziele“ gehen, die 2015 bereits von den Vereinten Nation festgelegt wurden, um weltweit bis 2030 möglichst für alle Menschen eine gute Lebensqualität zu erreichen. Und das eben nachhaltig, also langfristig und ohne Schaden anzurichten.

Die Bekämpfung von Armut und Hunger zählt dabei natürlich zu den ersten und vorrangigen Zielen. Aber beispielsweise auch „Hochwertige Bildung“, „Gesundheit und Wohlergehen“, „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ oder eben „Maßnahmen zum Klimaschutz“ – also Aspekte, die durchaus auch in den Industrieländern selbst angegangen werden können.

Bundesrepublik unterstützt die Nachhaltigkeitsstrategie

Die Bundesrepublik hat sich bereits mit einer Nachhaltigkeitsstrategie verpflichtet, diese Ziele zu unterstützen. In Niedersachsen gibt es dazu ebenfalls bereits eine gemeinsame Servicestelle von Landesbehörden und kommunalen Spitzenverbänden, um die Städte und Gemeinde im Land in Sachen Nachhaltigkeit zu beraten. Wobei sich Buxtehude schon auf gutem Weg sieht, wie Oldenburg-Schmidt sagt. So sei die Stadt kürzlich mit einem „Nachhaltigkeitspreis“ ausgezeichnet worden und nehme in Niedersachsen eine Vorreiterrolle ein. Oldenburg-Schmidt: „Nachhaltigkeit ist bei uns schon Chefsache.“

Bauflächen schrumpfen zugunsten des Grüns

Einen Plan für diese „neue Strategie“ zu mehr Nachhaltigkeit haben die Bürgermeisterin und ihr Team auch schon. Ein Mitarbeitertreffen dazu soll demnächst stattfinden, ein „Zukunftstag“ mit der örtlichen Politik ist geplant und auch eine umfassende Bürgerbeteiligung. „Unser Ansatz ist die Frage, was können wir konkret in Buxtehude machen, um diese Ziele zu erreichen?“, sagt Oldenburg-Schmidt und nennt dazu als Beispiel das Neubaugebiet Giselberstraße: Zugunsten von mehr Grünflächen habe man dort die reinen Bauflächen verkleinert.

Zugleich werde Wohnraum geschaffen und mit einer Konzeptausschreibung der Grundstücke dafür gesorgt, das auch günstige Mietwohnungen gebaut werden können. Nachhaltig sei eine Planung eben, wenn man Folgen für Ökologie, Ökonomie und soziale Aspekte gleichzeitig bedenke. Oldenburg-Schmidt: „Wir brauchen da ein Umdenken, sollten aber auch nicht alles auf den Klimaschutz reduzieren.“at