Harburg
Kantinen

Mehr Bio-Lebensmittel in Harburger Einrichtungen?

Zubereitung von Rotkohl (Symbolbil)

Zubereitung von Rotkohl (Symbolbil)

Foto: Britta Pedersen / picture alliance / ZB

In Krankenhäusern, Schulen, Kitas und Kantinen soll öfter Essen aus Öko-Anbau serviert werden. Das fordern die Linken.

Harburg.  Die Linksfraktion in der Harburger Bezirksversammlung möchte den Anteil an regional und ökologisch produzierten Lebensmitteln in den Kantinen, Krankenhäusern, Schulen und Kitas im Bezirk erhöht wissen. „Öffentliche Akteure beziehen große Mengen an verarbeiteten und unverarbeiteten Lebensmitteln. Diese Lebensmittel werden bisher vor allem überregional eingekauft“, heißt es in einem Antrag der Linken-Fraktion.

Das Angebot an regional produzierten Bio-Lebensmitteln sollte unbedingt systematisch ausgebaut werden, so die Linken weiter: „Kurzfristiges Ziel sollte sein, auch im Sinne einer Wahlmöglichkeit den Konsumenten mindestens ein Bio-Essen pro Tag sowie Bio-Getränke zu einem adäquaten Preis anzubieten. Die Umstellung von Gemeinschaftsverpflegung auf Lebensmittel aus kontrolliert biologischem Anbau und der Konsum dieser regionalen Lebensmittel sollte gesteigert werden.“

Modellprojekt in Bayern mit 50 Prozent Bio-Anteil

Dass die Verpflegung in Gemeinschaftseinrichtungen auf biologisch erzeugte Produkte umgestellt werden könne, zeigten zahlreiche erfolgreiche Projekte im Bundesgebiet, so die Linken. Als Beispiel nennen sie ein Modellprojekt im bayrischen Landkreis Freising: Dort sollen die Nahrungsmittel, die der Kreis in seinen Einrichtungen anbietet, mindestens zu 50 Prozent aus regionalen Produkten, die mit dem bayerischen Biosiegel zertifiziert sind, bestehen. Lebensmittel wie Kaffee oder Südfrüchte, die nicht im Landkreis erzeugt werden können, sollen zu mindestens 50 Prozent aus ökologischer und fairer Erzeugung stammen.

„Unser Ziel ist ein insgesamt attraktiverer und abwechslungsreicherer Speiseplan, der Einsatz von Bio- beziehungsweise regionalen Lebensmitteln sowie die Verringerung der Lebensmittel­verschwendung“, sagt der Linken-Fraktionsvorsitzende Jörn Lohmann. Wie das erreicht werden soll, sagt er allerdings nicht.

Zunächst soll geprüft werden, wie hoch der Anteil derzeit ist

Auf Bezirksebene ist eine entsprechende Anordnung schwierig durchzusetzen: Das Harburger Bezirksamt hat keine eigene Kantine mehr, die Schulen und die Technische Universität (TUHH) sind in ihrem Betrieb an keine bezirklichen Weisungen gebunden, die Kindertagesstätten und die Krankenhäuser ebensowenig. Aus diesem Grunde möchten die Linken zunächst einmal lediglich prüfen lassen, wie hoch der Anteil bioregionaler Ware in der Harburger Gemeinschaftsverpflegung derzeit ist.

„Bereits 2018 wurde das Thema in der Bezirksversammlung behandelt“, sagt Lohmann. „Ziel war es auch damals, den Bio-Anteil der Lebensmittel in den Mensen zu erhöhen. Deshalb ist es interessant, ob sich inzwischen etwas verbessert hat.“