Schulentwicklung

Schulausschuss will Meckelfelder Gymnasium ausbauen

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Rolf Zamponi
CDU-Landtagsabgeordneter André Bock kritisiert Pläne zur Schulentwicklung.

CDU-Landtagsabgeordneter André Bock kritisiert Pläne zur Schulentwicklung.

Foto: HA

Schulausschuss-Vorsitzender André Bock kritisiert Vorschläge der Studie zur Schulentwicklung im Kreis Harburg.

Kreis Harburg.  Der Vorschläge des Bonner Experten Wolf Krämer-Mandeau zur Entwicklung der Schulen im Landkreis Harburg hat der CDU-Landtagsabgeordnete André Bock jetzt scharf kritisiert. Bock, der dem Schulausschuss im Kreistag vorsitzt und auch auf Landesebene den entsprechenden Kultusausschuss leitet, sieht in der Studie zunächst nicht mehr als eine Arbeitsgrundlage.

Zudem fehlten ihm Themen wie der weitere Ausbau der Inklusion, die Digitale Bildung und das vernetztes Lernen. „Wir stehen erst am Anfang eines Diskussionsprozesses“, sagt der Schulpolitiker. Dieser Prozess soll schließlich zu einen Plan für die künftigen Schulstandorte im Landkreis führen.

Krämer-Mandeau hatte sich für mehr Gesamtschulen im Landkreis eingesetzt (siehe Infokasten) und favorisiert dabei etwa den Zusammenschluss der beiden Oberschulen in Jesteburg und Hanstedt zu einer neuen Gesamtschule. Bock mahnt hier jedoch deutlich Klärungsbedarf an.

„Ich kann dieser Empfehlung nicht folgen. Denn ich kenne landesweit keinen vergleichbaren und gut funktionierenden Fall. Für Hanstedt und Jesteburg müssen andere Lösungen auf den Weg gebracht werden“, argumentiert der Schulpolitiker. Ob dies eine neue Gesamtschule, neben einer starken Oberschule oder ein weiteres Gymnasium zur Entlastung der Gymnasien in Buchholz sein könnte, müsse zunächst vor Ort diskutiert werden.

Bock gegen Verzicht auf Ausbau des Gymnasiums Meckelfeld

Auch ein Verzicht auf den Ausbau des Gymnasiums Meckelfeld, das anstelle dessen die Räume der Oberschule Meckelfeld nutzen könnte, erschließt sich Bock nicht. Trotz der sinkenden Schülerzahlen hält der CDU-Politiker die Einrichtung für „eine pädagogisch gut funktionierende Oberschule mit engagiertem Kollegium.

Die Empfehlung wird nach meiner Einschätzung sicher nicht gefolgt. Wir sollten am zügigen Ausbau des Meckelfelder Gymnasiums festhalten,“ unterstreicht Bock. Er geht davon aus, dass Schüler von kleineren Klassen profitieren würden.

Große Gymnasien mit mehr als 1000 Schülern sieht der Schulpolitiker vor allem als eine Folge der gesellschaftlichen Entwicklung. Klar ist: Immer mehr Eltern legen Wert darauf, dass ihre Kinder das Abitur bestehen, weil sie sich um ihre künftige Ausbildungs- und Berufskarriere sorgen. Gerade bei den beiden Gymnasien in Buchholz sei bei den Schülerzahlen eine „Grenze erreicht.“ Deshalb müsse über neue Lösungen diskutiert werden.

Landkreis als Träger soll Schulen mehr unterstützen

Bock macht sich dafür stark, Vorteile von anderen Schulformen deutlicher hervorzuheben und möglichst früh mit beruflicher Orientierung und Aufklärung für die Schüler zu beginnen. Er schlägt vor, dass der Landkreis als Schulträger die Schulen bei diesem Thema mehr unterstützen solle.

Insgesamt lässt das Gutachten des Bonner Büros biregio für den CDU-Politiker viele Fragen offen. Konkret kritisiert er aber auch das Vorgehen von Krämer-Mandeau und seinem Team. Bock: „„Mit sind die möglichen Lösungswege zu kurz und zu einseitig beschrieben.

Darüber hinaus bin ich durch Hinweise aus anderen Kommunen mittlerweile skeptisch zur Qualität des vom Landkreis beauftragten Gutachterbüros geworden. Dem Büro hängt wohl der Ruf nach, oft mit gleichen Textbausteinen zu arbeiten und immer zu denselben Ergebnissen zu kommen. Ich frage, ob dies auch auf das hiesige Gutachten zutreffen könnte und welche Bedeutung dies für unsere weitere Arbeit hätte. “

Krämer-Mandeau, der Inhaber von biregio, wollte auf Abendblatt-Anfrage nicht weiter auf die Kritik des CDU-Landtagsabgeordneten eingehen.

Gesamtschule

Der Bonner Experte Wolf Krämer-Mandeau hat für den Landkreis Harburg vier neue Integrierte Gesamtschulen (IGS) empfohlen. Diese Schultyp ist derzeit so begehrt, dass in Buchholz und Winsen schon Schüler abgelehnt werden mussten.

In einer integrierten Gesamtschule werden Schüler mit Hauptschul-, Realschul- oder Gymnasialempfehlung, gemeinsam unterrichtet. Ziel ist es, dass die Schüler nach ihrem Leistungsvermögen individuell gefördert werden.

Zum Start auf der Schule lernen alle Schüler gemeinsam. Danach wird der Unterricht in einer Reihe von Fächern in Förder-, Grund- und Erweiterungskurse differenziert. In Gesamtschulen gibt es dabei meist drei Schwierigkeitsgrade. Dazu wird beispielsweise in A-, B-, und C-Kurse unterteilt.

Im deutschen Schulsystem sind Gesamtschulen umstritten. Ihre Unterrichtsform soll jedoch dazu beitragen, dass Bildung weniger stark von der sozialen Herkunft abhängt. Zudem wird angestrebt, dass die Schüler besser abschneiden als aus ihren Empfehlungen der Grundschulen hervorgeht.

( rz )

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