Harburg
Schuleigene Aktion

Hittfelder Schüler spenden und packen Pakete

168 Weihnachtspäckchen haben die Schüler vom Gymnasium Hittfeld für bedürftige Kinder in der Region gepackt.

168 Weihnachtspäckchen haben die Schüler vom Gymnasium Hittfeld für bedürftige Kinder in der Region gepackt.

Foto: Hanna Kastendieck / HA

Die Schüler des Gymnasiums unterstützen die Harburger Tafel mit Geschenken und einer Spende von 1000 Euro.

Hittfeld. Am Ende stapelten sich die Pakete bis an die Decke. 168 bunt beklebte und reichlich verzierte Schuhkartons, gefüllt mit Spielzeug und Malbüchern, Stiften, warmer Kleidung und jeder Menge Süßigkeiten. Innerhalb von nur drei Wochen ist aus dem Schülersprecherraum im Erdgeschoss des Gymnasiums Hittfeld ein prall gefülltes Weihnachtslager geworden. Doch anders als in den Vorjahren gehen die von den Schülern liebevoll gestalteten und gefüllten Päckchen nicht an die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ und damit an Kinder in Osteuropa, sondern an bedürftige Mädchen und Jungen vor Ort. Die Schüler selbst haben sich für eine eigene Aktion entschieden. Die Pakete gehen als Spende an die Harburger Tafel, die diese in ihren regionalen Ausgabestellen in Harburg, Buchholz und Winsen verteilt.

Bereits seit Jahren packen die Hittfelder Schüler jedes Jahr im November Weihnachtspäckchen für Bedürftige. Unterstützt wurden sie dabei bislang von der Organisation „Samaritan’s Purse – Die barmherzigen Samariter“, die 1993 mit ihrer Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ weltweit bereits über 157 Millionen Kinder in über 150 Ländern erreicht hat.

„Die Vereinigung steht allerdings im Verdacht der christlichen Missionierung“, sagt Jonas Heinzel aus dem Team der Schülersprecher. „Davon wollten wir uns bewusst distanzieren. Also haben wir beschlossen, eine schuleigene Aktion zu Weihnachten umzusetzen. „Hittfelder Weihnachtskartons“ heißt das Projekt, das Päckchen für bedürftige Kinder in der Region sammelt.

Die Harburger Tafel

  • Die gemeinnützigen Tafeln sammeln überschüssige, qualitativ einwandfreie Lebensmittel und verteilen sie an sozial und wirtschaftlich Benachteiligte.
  • Die Hilfe ist schnell und unbürokratisch. Damit lindern die Tafeln die Folgen von Armut in einer reichen Gesellschaft. Sie stehen für Solidarität und Mitmenschlichkeit.
  • Die Tafel Harburg ist Mitglied im Bundesverband Deutsche Tafel e.V. Alle Mitarbeiter dieses privaten Vereins arbeiten ehrenamtlich.
  • Die Lebensmittel im Harburger Raum werden täglich bei über 70 Lieferanten abgeholt und am gleichen Tag verteilt an den vier Ausgabestellen und an soziale Einrichtungen verteilt.

    Die Ausgabe erfolgt in Harburg, Buxtehuder Str. 31, in Neuwiedenthal, Lange Striepen 3a, 2, in Buchholz, Reiherstieg 8 und in Winsen, Neulander Weg 15.


    Der Verein sucht dringend weitere Ehrenamtliche, die vor Ort mithelfen wollen. Informationen unter www.tafel-harburg.de oder der Telefonnummer 040/77 11 08 97.


Erlöse aus dem Basarwerden alljährlich gespendet

„Warum sollten wir Spielzeug, Hygieneartikel, Schulmaterial oder Gummibärchen weit weg schicken, wenn der Bedarf auch in der Nähe groß ist“, sagt Schülersprecherteam-Mitglied Julian Leroux. Also gründeten die Schüler ein Orga-Team, nahmen Kontakt zur Harburger Tafel auf, entwarfen Flyer und Plakate und forderten die Mitschüler aller Klassenstufen auf, sich an der Aktion zu beteiligen. „Wir haben Pakete für verschiedene Altersgruppen gepackt, angefangen von den Drei- bis Fünfjährigen bis hin zu den Zehn- bis Vierzehnjährigen“, sagt Tim Harms, der ebenfalls zum Schülersprecher-Team gehört.

Das sei auch für die Schulgemeinschaft ein tolles Erlebnis gewesen, eine schöne Gelegenheit, gemeinsam etwas zu machen und Gutes zu tun. „Wir sind uns bewusst, wie gut wir es haben – und dass das nicht selbstverständlich ist“, sagt Jonas Heinzel, der neben seinem Engagement in der Schule auch in der Freiwilligen Feuerwehr Hittfeld aktiv ist.

Schulleiter Frank Patyna unterstützt die Schüleraktion. „Die jungen Leute aus dem Speckgürtel sollen sehen, dass es auch ganz in ihrer Nähe Menschen gibt, die am anderen Rand der Gesellschaft stehen. Und sie sollen dazu beitragen, dass die Schere zwischen arm und reich nicht zu weit auseinander geht.“

Oberstufenschüler haben weitere ehrgeizige Pläne

Auch deshalb veranstaltet die Schule jedes Jahr einen Weihnachtsbasar, dessen Erlöse an soziale Projekte gehen. In diesem Jahr haben die Schüler mit dem Verkauf von Selbstgebasteltem und Gebackenem 7800 Euro eingenommen. Von dem Geld gehen 1000 Euro an die Harburger Tafel. Die restliche Summe wird an das Haus Huckfeld, das Obdachlosenheim in Maschen und das Hospiz für Hamburgs Süden gespendet.

Auch für das kommende Jahr haben die Oberstufenschüler ehrgeizige Pläne. Sie könnten sich vorstellen, die Aktion „Hittfelder Weihnachtskartons“ über die Schulgrenzen in die Gemeinde Seevetal zu tragen und auf diese Weise nicht nur Schüler zu bewegen, einen Schuhkarton mit kleinen Geschenken zu füllen. „Das Interesse ist groß“, da ist sich Julian Leroux sicher. „Wir müssen nur dafür sorgen, dass wir alle erreichen.“