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Harburger Politiker kritisieren neuen HVV-Fahrplan

Eine berfüllte S-Bahn nach Harburg u. Stade am Hamburger Hauptbahnhof

Eine berfüllte S-Bahn nach Harburg u. Stade am Hamburger Hauptbahnhof

Foto: Bodig / Hamburger Abendblatt /

Mit dem Fahrplanwechsel am Wochenende ändert sich für die Harburger Bus- und Bahnnutzer einiges. Das meiste wird besser.

Hamburg. Mit dem Fahrplanwechsel am kommenden Wochenende ändert sich für die Harburger Bus- und Bahnnutzer einiges – und das meiste wird besser: Die Buslinien 142, 143 und 145 werden auch in der Woche durchgehend nachts fahren, bei der S-Bahn sollen noch mehr Langzüge zum Einsatz kommen, der Betrieb der S 31 zwischen Harburg Rathaus und Neugraben wird morgens, nachmittags und Abends um je eine halbe Stunde ausgebaut.

Auch die S 3 nach Stade fährt öfter. Der Nachtbetrieb des Metronom nach Lüneburg wird ausgebaut. Dadurch steht den Harburgern auch nach und aus Hamburg mehr Metronom-Angebot zur Verfügung. Außerdem wird die S-Bahn-Station Elbbrücken in Betrieb genommen. Hamburg-Pendler können jetzt schon hier in die U4 in Richtung Jungfernstieg umsteigen – wenn sie wollen.

Weniger Gedränge?

Eine wirkliche Zeitersparnis ist der Umstieg hier nur für diejenigen, die ein Ziel in der HafenCity haben. Andererseits liegt der Zeitverlust gegenüber anderen Umsteigevarianten auch nur ein bis zwei Minuten und der Umstieg an den Elbbrücken ist vielleicht mit weniger Gedränge verbunden. Man wird es sehen.

Harburgs Kommunalpolitiker begrüßen die so genannte „Angebotsoffensive 2“ des HVV deshalb grundsätzlich, haben aber auch hier und da Kritik und Skepsis. So sieht der SPD-Verkehrsexperte Frank Wiesner die Übernahme der Buslinie 144 durch die Linie 340 kritisch, weil damit zwar mehr Busse als zuvor die Linie über Ehestorf nach Neuwiedenthal bedienen, aber dennoch weniger Fahrten auf der alten 144-Strecke, die in Appelbüttel endet, stattfinden.

Auch von den Grünen gibt es kritische Äußerungen: „Die Angebotsoffensive verspricht auch für den Bezirk Harburg einige Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr“, sagt der Grünen-Verkehrsbeauftragte Fabian Klabunde. Die Harburger Grünen drängen aber zugleich auf Anstrengungen, die Pünktlichkeit vor allem im S-Bahn-Betrieb zu verbessern.

10-Minuten-Takt

Die Ausweitung des 10-Minuten-Takts zwischen Buxtehude und Neugraben würde den Menschen in Fischbek, und jenseits der Landesgrenze, mehr Flexibilität beim täglichen Arbeitsweg geben und so den Anreiz erhöhen, vom Auto auf die Bahn umzusteigen. „Das begrüßen wir natürlich“, so Klabunde. „Damit allein sei es allerdings nicht getan: Wenn die Bahn nicht massiv gegen Zugausfälle und Verspätungen vorgeht, nützen auch mehr theoretisch fahrende Züge nichts“, so Klabunde.

„Mit Blick auf überfüllte S-Bahnen ist die Ausweitung der Verstärkerlinie S 31 bis Neugraben zu begrüßen, ebenso der verstärkte Langzug-Einsatz. In der Vergangenheit fuhren die Züge entgegen vorheriger Ankündigungen dennoch häufig mit weniger Wagen.“

S-Bahnhof für Bostelbek?

Der Grünen-Bezirksabgeordnete Michael Sander, Vorsitzender des Ausschusses für Mobilität und Inneres der Bezirksversammlung, würde auch gerne sehen, dass die Regionalbahn 5 wieder in Neugraben hält und Pendlern von hier aus eine schnelle Verbindung nach Hamburg ermöglicht. „Durch den Halt an den Elbbrücken und eventuell noch in Bostelbek wird die Fahrzeit der S-Bahn ja immer länger“, sagt er.

Der Bostelbeker S-Bahnhof ist bislang allerdings nur ein frommer Wunsch, der zwar von den Bezirksfraktionen aller Parteien geteilt wird, bislang aber von der Wirtschaftsbehörde stets abgelehnt wurde. Anderseits: Das war die S-Bahn nach Stade lange Zeit auch.