Harburg
Neubauten

S-Bahnhof Neugraben bekommt einen Tunnel

Die Simulation zeigt die beiden geplanten Hochhäuser direkt am S-Bahnhof und den neuen Gebäuderiegel am Gleis als Massenmodell

Die Simulation zeigt die beiden geplanten Hochhäuser direkt am S-Bahnhof und den neuen Gebäuderiegel am Gleis als Massenmodell

Foto: IBA Hamburg / IBA

An der Station der S3 starten 2020 Bauarbeiten für einen Eingangsbereich zum Neubaugebiet „Vogelkamp“.

Hamburg.  Noch lässt sich am S-Bahnhof Neugraben schwer erahnen, dass hier ganz in der Nähe eines der größten Neubaugebiete Hamburgs entstanden ist. Obwohl nördlich der Bahn wesentliche Abschnitte des „Vogelkamps“ bereits mit kleinteiligen Mehrfamiliengebäuden sowie Doppel- und Reihenhäusern bebaut sind, fällt der Blick am Bahnhof selbst zunächst eher auf ein Parkhaus und eine Reihe von Bäumen und Büschen am Gleis. Schon länger plant die städtische Entwicklungsgesellschaft IBA hier unmittelbar an den Schienen aber eine Art Eingangsportal für den Vogelkamp, wo immerhin insgesamt rund 1500 Wohneinheiten entstehen werden. Im nächsten Jahr nun starten für dieses Portal tatsächlich die ersten Bauarbeiten, wie IBA-Sprecher Arne von Maydell jetzt bestätigte.

Arbeiten für Bahn-Unterführung beginnen

Schon gleich zum Anfang des kommenden Jahres in wenigen Wochen soll beispielsweise mit den vorbereitenden Arbeiten für eine zusätzliche Bahn-Unterführung für Fußgänger begonnen werden. Am westlichen Ende (Richtung Neu Wulmstorf) des Bahnhofs soll dazu der bereits bestehende Tunnel unter dem S-Bahngleis auch unter den anderen beiden Regionalbahngleisen nach Norden zum Vogelkamp verlängert und dort über Rampen an die künftige Straße „Königswiesen“ angeschlossen werden. „Das wird besonders für die Bewohner des dritten und vierten Bauabschnittes eine deutliche Verbesserung bringen“, sagt der IBA-Sprecher. Der S-Bahnhof lasse sich dadurch besser und schneller erreichen.

Technisch anspruchsvolle Bauarbeiten

Technisch anspruchsvoll erscheint dabei der Bau mitten im Bahnbetrieb: Drei Tunnelblöcke würden dazu in „offener Bauweise“ senkrecht neben den Gleisen hergestellt und dann in einer Baugrube in ihre endgültige Lage geschoben. Ein sogenannter Verbau als Hilfsbrücke bei den beiden Regionalbahngleisen sichert die Baustelle dabei. Bis auf ein paar kurzfristige Sperrzeiten für die Erstellung dieser Brücke werde es aber keine Unterbrechung des Bahnverkehrs gegen, versichert die IBA. Die Fertigstellung des neuen Tunnels ist dann für das Jahr 2021 geplant.

Noch deutlich sichtbarer aber werden künftig am S-Bahnhof zwei achtgeschossige Wohntürme sein, die unmittelbar an der heutigen Bahnhofsbrücke gebaut werden. Als „Quartiersauftakt“ bezeichnet die IBA diese beiden Hochhäuser, die tatsächlich so etwas wie ein Tor zum Vogelkamp bilden.

Gewerbliche Nutzung im Erdgeschoss

Im Erdgeschoss sind gewerbliche Nutzungen, unter anderem mit einem Supermarkt, geplant, darüber insgesamt 70 Wohnungen. Zwischen beiden Türmen ist ein zentraler, öffentlicher Platz vorgesehen. Er sei dort „ein wichtiges Gelenk, an dem alle Fuß- und Radwege sowie die wichtigsten Straßen zusammenlaufen“, heißt es bei der IBA. Zwei Aufzüge sollen dort zudem einen barrierefreien Zugang zum Bahnhof schaffen. Für das Vorhaben muss allerdings ein Teil des vorhandenen Parkhauses sowie die lange Rampe zur Bahnhofsbrücke abgebaut werden: Etwa 130 Parkplätze entfallen dadurch, 724 bleiben. Das Parkhaus sei eh nicht ausgelastet, heißt es bei den Planern zur Begründung.

Ursprünglich sollte für dieses Projekt bereits vor einiger Zeit schon Baustart sein, 2016 schon hatte das Architekturbüro hpp Architekten den städtebaulichen Wettbewerb gewonnen. Jetzt soll es nach Auskunft der IBA mit dem Bau dort ebenfalls im kommenden Jahr losgehen.

Es gibt die ersten Investoren

Und das gilt aller Voraussicht nach auch für das schmale mit Büschen und Bäumen bewachsene Areal unmittelbar an den Gleisen. Der Bezirk hat dazu derzeit einen neuen Bebauungsplan (NF 75) im Verfahren, der dort im Gegensatz zu den Festsetzungen des alten Bebauungsplanes mehr „Urbanität“ schaffen soll. Mit andern Worten: Statt zwei- und eingeschossige Häuser dürfen es dort nun bis vier Geschosse sein. Geplant ist zudem ein Mix aus Wohnen und Gewerbe.

Noch ist der Plan zwar nicht rechtsgültig, erste Investoren stehen aber offenbar bereits fest: Im nordwestlichen Teil dieses Areals plant nach Information der IBA die Investorengruppe Pekrul ProjektPartner und Hochtief Infrastructure sieben mehrgeschossige Reihenhäuser mit einer gewerblichen Nutzung im Erdgeschoss. Baustart werde ebenfalls Mitte 2020 sein, einen Vermarktungsstart dafür gebe es aber noch nicht.